— 112 — DieArmen haben alleVierteljahr zu beichten und zu kommunizieren, ebenso an den. hohen Festen, am Kommuniontag erhält jeder eine halbe Wein. Es sollen im Spital auch einige Zimmer eingerichtet werden sür solche Bürger, die auf ihre Kosten im Spital unterkommen wollen. Die Gemahlin des Fürsten Hartmann, die Fürstin Sidonia Elisabeth, geb. Gräfin v. Salm, stiftete weitere 7 Freiplätze in dieses Spital. Fürst Hartmann I!. stiftete die Pfarrpfründe zu Nieder-Abtsdorf und eine Schulmeister- stelle im Jahre 1726. An der Kirche, die dem Fürsten gehörte, war zwar schon vor- her ein Kaplan angestellt gewesen, der den Gottesdienst und die Kinderlehre hielt, nun sollte er alle priesterlichen Funktionen zu ver- richten das Recht haben. Da der Stifter in dieser Pfarrkirche begraben werden will, soll der Pfarrer jährlich 52 hl. Messen — wöchentlich eine — lesen, näm- lich 11 sür die Eltern des Stifters und alle Verstorbenen des sürstl. Hauses, zu Ehren bestimmter Heiligen und für die Pfarrkinder, die übrigen 41 aber „so lang ich lebe, um ein glückseliges Sterb-Stünd- lein, und nach meinem Tode sür meine abgeleibte Seel.; über diese auch an dem Tag nieines Absterbens jährlich ein Seelenamt zu halten. Zu diesen hl. Messen aber, wie zu allen anderen Gottesdiensten solle der erforderliche Opfer- und Kommunikanten-Wein, wie bisher ge- schehen, aus dem herrschaftlichen Schloßkeller allzeit verabfolgt werden". Dem Pfarrer wurden jährlich ein zehnemmeriges Faß alten Wein, 130 Laib (s 5 Pfund) Brot und an barem Geld 350 Gulden aus der fürstlichen Kasse zugesichert. Der Schulmeister erhielt eine Aufbesserung von 60 Gulden. Er hatte aber auch den Kirchendienst zu versehen und täglich die Schloßuhr auszuziehen. Auch zum allfälligen Bau oder der Restauration der Kirche und Anschaffung der nötigen Paramente 
verpflichtet sich der Fürst. An Lichtmeß jeden 
Jahres ist die Kirchenrechnung aufzunehmen. Sollte die Kirche durch Feinde oder Feuer ruiniert werden, hofft der Stifter, daß seine Nachkommen dieselbe, schon weil er seine Ruhestätte darin habe, auf ihre Kosten wieder erstellen werden. Dasselbe gelte von dem vom Stifter erbauten Pfrundhaus des Pfarrers und des Lehrers.
        

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