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- geringeren Bevölkerungszahl aus der örtlichen Lage. Ober- und Anter- land waren durch die sumpfige Ebene zwischen Rhein und Tisis von einander getrennt. Nördlich von Mauren ist denn auch in einer älteren Landkarte ein „Egelsee" eingezeichnet und jetzt noch heißt in der Nähe eine Oertlichkeit „Am See". Den alten Bewohnern des Unterlandes stand also ein verhältnismäßig kleines anbaufähiges Gebiet zu Gebote. Erst die Kulturtätigkeit eines fleißigen Völkchens wandelte wie Teile des Oberlandes, so besonders die unterländische Sumpfebene in Acker-, Wies- und Streueland um. So zeigen denn auch die Anterländer Mundarten viel mehr Aehnlichkeit mit dem Vorarlbergischen, in Einzelheiten sogar mit dem überrheinischen Schweizerischen als mit den dem Bündnerischen verwandten ober- ländischen Dialekten. Nur Nendeln und Schaanwald waren mit dem Oberlande durch die Römerstraße näher verbunden. Daß ihre Mund- arten denen von Eschen und Mauren ganz ähnlich sind ergibt sich aus der kirchlichen und politischen Zugehörigkeit zu diesen Gemeinden. In Nendeln wurden Neste einer römischen Villa aufgedeckt, und südlich von Nendeln, dort, wo sich bei den „Schwabbrünna" die Ebene bis hart an den steilen Hang heranschiebt, sind, wie mir mit- geteilt wnrde, Neste einer römischen Knebelstraße im Moore auf- gefunden worden. Nebst der erwähnten geringen Zahl von romanischen Rainen, die sich begreiflicherweise hauptsächlich an den Hängen des Eschner- berges finden, stoßen wir im Anterlande auf manche, die deutsche klingen, aber doch wieder Bestandteile in sich zu schließen scheinen, die in die vorrömische Zeit hienauf reichen dürften. Auf diese wollen wir in dieser einfachen Arbeit nicht eingehen. Die prähistorischen Funde in Gämprin und oberhalb Aspen bei Eschen, die Namen I^enclsln, Lenkern, tlscnsn, Nüsnen, vieleicht 
auch IVlsursn sprechen für sehr alte Besiedlung des schönen Höhenzuges uud der Hänge am Ausläufer der Dreischwestern. Nicht nur das Oberland mit seinen vielen rätselhaften Namen, auch das Anterland Liechtensteins war also früh besiedelt. Einige dieser Namen mögen hier folgen: blende In scheint verwandt zn sein mit i>Ienz:inA in Vor- arlberg, es ist sehr wohl möglich, daß sein Stammwort das gleiche ist wie das von, alten I^antiacum, dem jetzigen r>Isncv in Frankreich-
        

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