— 12 - Die Verhandlung fand beim Vogteiamt in Feldkirch statt. Anwesend waren aus Vaduz der Landvogt Menzinger und der Nent- meister Fritz, aus Balzers Alt-Landammann Fidel Frick und Johann Vogt, von Feldkirch der Vogteiverwalter. Der vorgelegte Bau-Aeber- schlag lautete auf 5093 fl. für Kirche uud Pfarrhof (ohne Glocken, Altäre usw.). Menzinger schlug vor, daß der Patron (Aerar) die Hülste zum voraus übernehme und die andere Hälfte die Zehent bezüger, da Kirche und Pfarrer nichts leisten könnten. In Bezug auf die Zehentbezllger müsse aber bemerkt werden, daß der Fürst nur einen Siebtel des Zehnten beziehe, also auch -nur einen Siebtel an der Hälfte der Baukosten zu tragen habe. Der Pfarrer beziehe zwar sechs Siebtel vom Zehent und das sei sein Einkommen. Von diesem Manne, der durch den Brand alles verloren habe und nichts mehr besitze, könne man nichts fordern. Somit müsse der Patron auch für ihn eintreten. Die Gemeindcvertreter versprachen, für diesmal alle Hand- und Fuhrdienste zu leisten um so eher zu einer Kirche zu kommen. Dem Kreisamt gefielen diese Abmachungen nicht. Erstens sei der Psarrer gar nicht beigezogen worden, der doch außer dem Fürsten der einzige Zehentbezüger sei. Zweitens scheine auch die Erklärung des liechteust. Obcramtes ganz unbestimmt zu sein, nnd das Vogtei- amt hätte den Fürsten zu einem ergiebigen Beitrag nötige», sollen. Das Oberamt setze ganz irrig voraus, daß Oesterreich zum voraus die Hülste der Kosten zn tragen habe. In Liechtenstein gelte das kanonische Recht; demnach komme der Patron erst in letzter Linie zur Hülfeleistung, wenn die anderen Faktoren versagen. Da die Kirche nichts erübrigen könne und die Gemeinde die Frondienste alle über^ nommen habe, handle es sich nur darum, die Kosten für die Kirche mit 2662 fl. und für den Pfarrhof mit 2431 fl. zn teilen. Das Oberamt wolle nur ein Siebtel übernehmen. Die Pfarrpfründe er- trage 700 fl., übersteige also die Congrua um 100 fl. Somit habe der Pfarrer ^/?, der Fürst V? und das österr. Aerar 2/7 zahlen. Ob aber der Pfarrer, dem das Feuer alles geraubt hat, nicht auf dem Wege der Gnade alle Rücksicht verdiene, möge die höhere Be- hörde entscheiden, dies um so mehr, als der Zehentbezug des Pfarrers kein erbliches, sondern nur ein persönliches Recht sei, das aus die Jahre seiner Anstellung beschränkt sei. (Schreiben an das Gnbcrninm 28. Jänner 1797).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.