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- Nachtrag. Zu „Seemändliwacha." Nach Äerrn Vermittler Vanzer in Triefen existiert eine andere Version dieser Sage: „In der Gerbe berieten sie sich, wie sie bald auf leichte Weise, zu Geld kommen könnten. Sie kamen zu Rat, 9 Abende zusammen zu kommen, aber ohne ein Wort zu reden. Am 9. Abend kam ein Teufel mit einem großen Sack Geld. Die alte Frau auf dem Ofen aber konnte den Mund nicht halten und rief vor Freude: „Dem ältesten Sohn noch tausend Gulden voraus!" Da habe der Teufel mit der feurigen Äand über die Türe hin geschlagen, sodaß man die Finger jetzt noch sehe. Nun kam die ganze Gerbe voll Teufel. Da holten sie den Früh- messer Pümpel. Die Teufel fragten ihn, ob sie ihm Platz machen sollen. Er aber sagte, er mache sich selber Platz, worauf sie verschwanden." Frühmesser Pümpel soll auch in die Schweiz hinüber gerufen worden sein, Teufel auszutreiben. Er sei ein armer Mann, gewesen und habe einmal einem Bauern auf dem Felde einen Kraut- kopf entwendet. Dies warf ihm ein Teufel, den er in der Schweiz drüben austreiben wollte, vor. Er aber antwortete, für diesen Kraut- kopf habe er dem Bauern einen Batzen in ein, anderes Krauthäupt- lein gesteckt. Lind der Teufel mußte weichen. Eine Parallele hiczu findet sich in der Sage von den Geldsuchern auf Güdigen (Eschen), die also endigt: „Nun holte der Betreffende den Pfarrer von Eschen. Der Teusel warf diesem vor, er habe als Stu- dent für zwei KreuzerBrot gestohlen. Das habe ich gutgemacht I, erwiderte der Pfarrer und er befreite die Gebannten." (Jahrb. Bd. 16 S. 117.) In Ergänzung zur Sage vom Teufelsstein in Triesen (mit- geteilt im Jahrb. Bd. 16, S. 103 f) sei hier auch die von Äerrn Vermittler Banzer übermittelte Version mitgeteilt: Der sosaartige Stein, der nach der Version im Jahrb. Bd. 16 der Teufelsstein sein soll, befinde sich etwas unterhalb des eigentlichen Teufelssteins. Auf diesem sosaartigen Stein habe der Teufel nicht getanzt, sondern ruhte sich aus, um zu hören, woher der Lärm komme. Nun ging er einen Steinwurf weiter hinauf. Dort fand er sich zurecht und hörte, daß der Lärm aus den, Bad Vogelsang komme. Nun begann er vor Freude auf der Platte zu tanzen, sodaß man die Spuren seines Bockfußes noch hente auf der großen Steinplatte sehe. Er dachte, e>' wolle die Gesellschaft in ihrem lasterhaften Treiben nicht stören, da er sonst um seine Kundschaft komme, und kehrte in die Kölle zurück. Dem Äerrgvtt mißfiel aber, daß so viele Seelen dem Äimmel verloren gehen sollten. Er veranlaßte, als der Trubel einst wieder los war, daß ein Kaininseger zum Bad hinauf ging. Als dieser zur Tür hineinschaute, floh alles vor dem vermeint- lichen Teusel zu den offenen Fenstern hinaus und von da an ver- ödete das Bad und zerfiel nach und nach. '
        

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