- 85 - noch im September 1701 hatte die Vaduzer Negierung das Molken von Guschgfiel wieder in Beschlag genommen, auf Verwendung des Feldkircher Vogteiamtes wieder frei gegeben. Der Prozeß vor dem Landgericht Nankweil scheint sich durch 7—8 Jahre hingezogen zu haben und kostete die Frastanzer eine große Summe, wie wir einer noch vorhandenen Rechnung entnehmen. Demnach betrugen die Auslagen für den Prozeß 500 fl., die die Frastanzer Alpgenossen zu erlegen hatten. Den Prozeß scheinen sie zudem verloren zu haben, wie wir ans den Zahlungen an die Vaduzer Kanzlei schließen können. Dennoch dauerten die Anstünde noch bis 1704 fort. Im Juni 1702 kamen die Alpgenossen von Guschgfiel auf der Schattenburg zusammen und beschlossen die Aufstellung einer neuen , Alpordnung oder eigentlich die Wiedereinführung der alten von 1623. Der Beschluß lautete: 1. Die frühere Alpordnung von 1623 bleibt in Kraft. 2. Weil Gnschgfiel von alters her für eine Melchalpe gehalten wurde, seit einiger Zeit aber einige Alpgenossen auch Galtvieh dahin brachten, was eine Ungleichheit herbeiführt, da die Alp- knechte nur von den Kühen den Anterhalt hatten, und das Galt- vieh während der Melkzeit die beste Weide abätzen konnte, also wurde beschlossen, daß die Alp von nun an nur für Kühe sei. 3. Gegen die Uebertreibung der Alp wurden Maßnahmen getroffen. Schweine durften auch nur eines für 5 Schotten zugelassen werden. Am 6. Juni 1703 erschienen zu Eins vor den Administrations- räten die Ausschüsse der Gemeinden Mäls und Frastanz mit ihren Beiständen. zur gütlichen Beilegung des jahrelangen Streites. Die Parteien wurden angehört und der Entscheid lautete: „Daß die zu Altenstadt auch mitinteressiert seien, ist der Subdelegation nicht be- kannt gewesen, da es sich aus den alten Dokumenten zeigt, daß die Frastanzer und keine andern Inhaber der Alp Guschgfiel gewesen. Was aber diese an die Altenstadter verkauft haben, darüber haben diese letzteren gegen die ersteren den Regreß. Obwohl diese Streit- sache schon früher vor Oberamt zu Vaduz als rechtmäßige Obrigkeit und Gericht angebracht, die Parteien verhört und restlich erkannt worden, ist doch das Arteil nicht vollzogen worden, weil eine Partei an das Landgericht appelliert hatte. Da nun behauptet wird, es liege
        

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