65 — Peter Rheinberger war der erste und zugleich der letzte Liech- tensteiner, der im Fürstentums selbst als Offizier beruflich tätig war und dem Kontingent als Kommandant vorstand. Mehr aber noch als der Offizier Rheinberger erlangte der Techniker Rheinberger sür sein Vaterland eine hervorragende Be- deutung durch 4 Jahrzehnte. Die eben erwähnte Betrauung mit den technischen Agenden des Landes, der schon in früheren Iahren Arbeiten im Lande vor- angegangen waren, schloß nicht allein die Stellung des technischen Referenten der Negierung und der Domänenverwaltung in sich, sondern umfaßte als bedeutendste Aufgaben des Landestechnikers die Anlage der neuen Straßen, die Rheinkorrektion, die Rüfenver- bauung, die Fortsetzung der Entwässerung der Talfläche und die Landesvermessung mit Neuanlage des Bodenkatasters, in welcher letzteren Arbeit er sich mit Forstinspektor Schauer teilte. Wer noch aus eigener Anschauung oder auch nur aus den Er- zählungen der Väter weiß, wie schlecht damals die Verbindungen mit den Berggemeinden und besonders mit den Alpen waren, wie die Talfläche vom unverbauten Rhein in höchstem Grade gefährdet und wie weit die Versumpfung des Tales vorgeschritten war, wer nicht zuletzt aber auch weiß, wie ärmlich es zu jener Zeit in unserem Lande mit dein Gelde aussah und wie der Großteil all dieser schweren und hochwichtigen Aufgaben mit ganz bescheidenen Geld- mitteln und mit viel Frohnarbeiten durchgeführt werden mußte, weiß zu würdigen, was Rheinberger in unermüdlicher Arbeit und zäher Ausdauer Großes geleistet hat. Eine einläßlichere Würdigung des Landestechnikers Peter Rheinberger würde, wie schon gesagt, im Rahmen dieses Aufsatzes zu weit führen. Es sei daher im Zusammen- hange hiemit nur noch erwähnt, daß Rheinberger in den 1860er Iahren auch den Bau der vier Rheinbrücken (Balzers, Vaduz, Schaan und Bendern) durchführte, im Komitee für den Vaduzer Kirchenbau mitwirkte, die Pläne für die Armenhäuser Schaan und Vaduz sowie für das Schulhaus in Triesenberg ausarbeitete und zum Teil auch die Bauleitung besorgte. Der Ausbau und die In- standhaltung der landschaftlichen und Gemeindestraßen umfaßte ein Netz von 134 Km. Die Rheinkorrektion auferlegte ihm auch eine umfangreiche Verrechnung, die trotz der damaligen niederen Preise und der Inanspruchnahme vieler Frohnarbeiten schließlich eine
        

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