— 9 — Wenn der Pfarrer das Risiko für die schlechten Jahre auf sich nehmen wollte, könnte der Zehentpachtzins noch gesteigert werden, sonst aber nicht. Der Pfarrer beziehe überdies genügend Holz im Walde und habe Alp- und Weiderecht. Am 15. Oktober 1792 gab der neue Pfarrer*) Zoh. Ios. Mähr die verlangten Angaben über sein Einkommen. An Zehent wurde der elfte Teil von allen Früchten der eigenen und Gemeindegllter gegeben (von Getreide, Türken, Erdäpfeln, Obst usw.). Auch sollte das siebente Hllhnlein geschickt werden. Doch ist zu betrachten, daß eine Menge Hanfländer ist, von welchen statt des Hanfzehnten von jedem nur 71/2 Kreuzer gegeben werden. Dieses Geld ziehen die vier Geschwo- renen ein und der Pfarrer muß ihnen dafür einen Trunk gebeu. Steiuobst hat seit langer Zeit keinen Zehnten mehr gegeben und das übrige trug pro 1791 nicht 2 fl. Von den Neugütern erhält der Psarrer zwei Drittel des Zehnten. Die meisten Früchte werden auf diesen Nengütern gepflauzt. Die Schloßgüter sind zehentfrei. Von den Weinbergen, welche oberhalb der Landstraße liegen und den grö- ßeren Teil ausmachen, werden zwei Drittel vom Zehentmost gegeben, von den übrigen der ganze Zehent. Von den Früchten aus der All- meind wird der zehnte, von den Erdäpfeln der elfte Teil gegeben. Der Zins an Korn beträgt zehn Viertel, an Wein 9 Viertel. Der Zehentpachtzins ist 500 fl. Außer dem Baumgarten beim Haus und den Krautgärten hat die Pfründe 4 Grundstücke, der Zins davon ist 41 fl. 40 kr., Kapitalien 1122 fl., Stolgebühren u. dgl. 48 fl. Gesamt- einnahmen also 580 Gulden. Diesen Einnahmen standen folgende Ausgaben gegenüber: für .4 Gastmäler dem Meßmer 5 fl. 20 kr., für Opferwein 8 fl., für 8 hl. Messen 3 fl. 30 kr., den Geschworenen ein Trunk 1 fl. 30 kr., Auslagen an die ungemein vielen nach Oesterreich, Bünden und die Schweiz hier durchziehenden Bettler 24 fl., für Gastfreundschaft an die vielen hier durchreisenden Priester 30 fl., zusammen 82 fb. 20 kr. „An der Herstellung vom Psarrhof lind Stall fehlt dermalen so viel, daß sie kaum gebraucht werden können ohne große Gesahr. *) Als 
Kandidaten auf die Pfarrei hatten sich außer ihm gemeldet Konstantin 
Steiger, Prof. der Rhetorik in Feldkirch, und Franz 
Karl Tschet- terer, Pfarrer in Laterns. Letzterer erhielt nicht die 
Empfehlung des Vogtci- amtes, weil er in Befolgung der höchsten 
Verordnungen' (Josef II) zu wenig eifrig 
gewesen sei.
        

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