54 - den Furkelepaß zu koinincmdieren, ist nach mündlicher Mitteilung des Ludwig Veck zu bemerken, daß Freiwillige auf den Paß sollten. Es habe sich aber die ganze Kompagnie gemeldet, weshalb dann der erste Zug kommandiert wurde, den Feldweibel Walch führte. Aus einem weiteren Briefe Nheinbergers berichtet die Liechten- steinische Landeszeitung in ihrer Nr. 22 vom 26. August 1866: Selten ein Sonnenblick während der 5tägigen Strapazen des Feldzuges am Joch. Selbst bei erträglicher Temperatur erschütterten kalte Winde auch den kräftigsten Körper. Da mußte neben dem Lagerfeuer auch von innen geheizt werden. Der Wachtdienst 24 Stunden, dann 24 Stunden Rnhe. Das Lager auf Stroh unter offenem Dache. Doch sei die Mannschaft munter und die Gesundheit die beste. Die Naturalverpflegung und die Löhnnng sei anständig, um auszukommen. Letzteres wurde besonders deshalb wiederholt hervorgehoben, weil im Lande auf Grund von Briefen mehrerer Soldaten Gerüchte in Amlanf gesetzt waren, als ob die Verpflegung im Felde so mangel- haft sei, daß unsere Soldaten dem Verhungern nahe seien. Der voraugeführten Nr. 22 der Liechtensteinischen Landeszeitung ist auch folgende Schilderung des Feldweibels Walch entnommen: In Sta. Maria angekommen habe der Major Metz das Kon- tingent geprüft und u. a. gesagt: Es ist schade, daß Ihr nicht früher hier wäret, Ihr hättet Euch gewiß gut geschlagen. Vorläufig bleibt Ihr bei mir als meine Garde. Ein recht malerisches Bild gab es in Sta. Maria besonders dann, wenn die verschiedenen Abteilungen auf Feldwache zur Ablösung aufgestellt waren. Das Gewehr auf dem Rücken, mit dem Riemen über die Brust, die Tasche voll mit Brot, Speck, Käs, auch Kaffee und Zucker zum Kochen auf dem Paß und in der Flasche Rum, Wein oder Schnaps und ein gewich- tiges Scheit Äolz auf der Schulter: so marschierten die verschie- denen Abteilungen unter Jauchzen uud Lärmen auf ihre 1 2̂ — 2 Stunden entfernten Posten auf die Äöhen. — In Sta. Maria fort- währendes Kochen von Kaffee, Lebern, Lungen, Brot, Polenta und warmem Wein — jeder nach seinem Belieben, oft auch 2 bis 10 beisammen — nur einmal geineinschastlich Menage. Am Trinken fehlte es auch uicht, besonders an einem Geldtage, da wurde auf Deutsch und Italienisch gesungen und gelärmt bis tief in die Nacht hinein, aber alles im besten Einklänge.
        

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