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- 4. Im Felde. Auch aus einem Briefe des Kontingentskommandanten, Ober- leutnants Peter Rheinberger, den dieser am I I.""August an den Landesverweser von Hausen richtete, geht hervor, daß man glaubte, das Kontingent müsse tiefer nach Südtirol. Rheinberger spricht nämlich seine Verwunderung darüber aus, daß er vom Truppen- kommando nicht verständigt worden sei, das Liechtensteinische Kon- tingent sei nie nach Südtirol, sondern zur Halbbrigade des Majors von Metz bestimmt. Näheres über diesen Punkt konnte ich den benützten Quellen nicht entnehmen. In Prad war die Truppe l Tag einquartiert, d. h. die Mann- schaft war in den Häusern der Bewohner verteilt. Dann folgte durch 4 Tage notdürftige Einkassierung. Zunächst ergaben sich für den Kommandanten Geld- und Ver- pflegungssorgen, die aber durch das baldige Einlangen von Geld aus Vaduz behoben wurden. Rheinberger hatte schon geglaubt, bei den Bäckern und Metzgern auf Kredit einkaufen zu müssen. Von Hausen war der Meinung gewesen, das Kontingentskommando habe mehr Geld vor dem Ausmarsch in Vaduz behoben, als es tatsächlich der Fall. Weil seitens der österreichischen Heeresleitung bestimmt war, daß das Liechtensteinische Kontingent hinsichtlich Llnterkunft und Verpflegung gleich den Offizieren und Mannschaften der öster- reichischen Armee zu halten sei, war auch zunächst Unklarheit darüber, ob unsere Truppe sich selbst verpflegen oder deren Verpflegung im Wege des österr. Truppenkommandos erfolgen solle. Diese Frage wurde dann so geregelt, daß das Kontingent sich selbst und nur mit den aus Vaduz zugesandten Geldern verpflegen solle. Ansere Mann- schaft bezog auch im Felde auf Grund der Liechtensteinischen Be- stimmungen ihren Sold von l 1 Kreuzern, während die österreichischen Mannschaften nur einen Sold von 5 Kreuzern bekamen. Der Landesfürst interessierte sich sehr für das Ergehen seines Kontingentes und hatte bereits am 6. August wiederholt telegra- phische Nachricht verlangt. Am gleichen Tage beauftragte der Landes- verweser den Kommandanten Rheinberger, ausführlich zu berichten und grüßte alle Liechtensteiner mit innigster Teilnahme.
        

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