- 48 - So glaube Ich denn das Schmerzlichste und Grausamste abgewendet zu haben, indem wir nicht gezwungen sind, die bundbrüchigen deutschen Brüder mit eigener Äand zu bekämpfen." — Wir sehen in dieser Entschließung des Fürsten eine glückliche Lösung des Konfliktes, der damals wohl für manche Mitglieder des Deutscheu Bundes vorlag, entweder deutsche Stammesbrüder zu bekämpfen oder ebenfalls bundbrüchig zu werden. Am 21. Juli nahm Seine Durchlaucht eine Inspektion des Kontingentes vor. In der Bevölkerung war die Sorge um die Landessöhne, die demnächst ins Feld ausrücken sollten, sehr groß und nahm mehrfach werktätige Formen an. So wurde in Schaan durch Julius Wanger und Lehrer Ludwig Seger eine Geldsammlung zu Gunsten der ausrückenden Schaaner Soldaten veranstaltet, deren beträchtliches Ergebnis an die 9 Schaaner Feldzugsteilnehmer ver- teilt wurde. Aber auch der bereits früher erwähnte Vorwurs gegen die Negierung, das Land sei verraten, wollte nicht verstummen, so daß schließlich eine Untersuchung eingeleitet wurde. Es wurde herumge- streut, ein Feldkircher Bürger hätte gesehen, wie der Landesverweser von Kausen von dem Feldkircher Bürgermeister 20,000 fl. erhalten habe, damit die Liechtensteiner Soldaten ins Tirol müßten und dafür die Feldkircher zu Kaufe bleiben könnten. Die Untersuchung ergab dann die volle Unwahrheit aller dieser Gerüchte. Das eben erwähnte Gerücht über den angeblichen Verrat brachte eine Frauensperson, die am St. Annatage, dein Tage des Ausinarsches des Kontingentes, in Feldkirch war, aus dem Eschnerberge nach Vaduz und eine andere erzählte ^ es, weiter ausmalend, in der Oeffentlichkeit. Die Llrheber des Gerüchtes konnte» nicht gefaßt werden; die Verbreiterin aber wurde zu 4 Wochen Gefängnis verurteile Als der Landrichter Keßler^ unterm 14. August der Negierung von dieser Verurteilung Kenntnis gab, konnte er feststellen, daß das unsinnige Gerücht unter- dessen in sein Nichts versunken und alle und jede Aufregung wegen des Ausmarsches verschwunden sei. Ein weiter verbreitetes Gerücht, daß ein zugewanderter Kauf- mann besonders die Triesnerberger aufgereizt habe, dem Ausmarsch- befehle keine Folge zu leisten, konnte nicht als wahr erwiesen werden. Als das Kontingent im Tirol war, kam eine neue Besorgnis. Es hieß nämlich, die Verpflegung der Soldaten sei so schlecht und
        

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