— 46 — Als am 18. Juli der Landtag wieder versammelt war, konnte die Regierung erklären, daß der soeben im Lande eingetroffene Landes- fürst gewillt sei, die Kosten des Ausmarsches des Liechtensteinischen Kontingentes mit Ausnahme jener, welche die Mobilisierung not- wendig mache, aus eigenen Mitteln zu bestreiken. Gleichzeitig wurde ein Schreiben des Bundestagsgesandten Freiherrn von Linde vom 4. Zuli 1866 verlesen, nach welchem die Höchste Verfügung des Landesfürsten im Einklänge mit den Beschlüssen über die Mobil- machung und Verwendung des Liechtenst. Kontingentes erfolgte. Dieses Schreiben führt sodann weiter aus: Durch diese Anordnung (die Entsendung nach Tirol) ist sonach nicht bloß bewirkt, daß das Kontingent nicht zur Nordarmee, sondern zur Verteidigung der süd- deutschen Grenze und damit nötigenfalls nicht bloß für Südtirol, sondern auch sobald erforderlich zur Verteidigung der Grenzen des Fürstentumes selbst zur Verwendung kommen uud außerdem das Land um so ausgiebiger auf den Schutz österreichischer und, anderer deutscheu Bundestruppen rechnen könne. Tags darauf überreichte eine Abordnung des Landtages dem Landesfürsten eine Adresse, die zunächst dem Landesherrn den herz- lichsten Willkomm entbietet, verbunden mit dein wärmsten Dank an den Geber der Landesverfassuug und vielfältigen Förderer der Volks- wohlfahrt. Dann fährt die Adresse fort: Euere Durchlaucht! Eine schwere Zeit liegt auf unserem deutscheu Gesamtvaterlande. Ein un- seliger Bruderkrieg verwüstet seine Flnren und viele Tausende seiner hoffnungsvollen Söhne liegen blutend am Boden. 5lnser Land blieb bis jetzt noch verschont von den Schlägen des Krieges. Mit wahr- haft väterlichem Wohlwollen sistierten Euere Durchlaucht noch im letzten Augenblicke den Ansmarsch des Kontingentes. Wohl selten wurde eine Höchste Entschließung Euerer Durchlaucht mit so allge- meiner Teilnahme uud so warmem Dankgefühle vom Volke aufge- nommen. Die Landesvertretung vertraut auch ferner dem weisen und gütigen Ermessen Enerer Durchlaucht und bittet, daß Hochdieselbe den Ausmarsch des Kontingentes nur im Falle der äußersten Not- wendigkeit zu verwirklichen geruhen wolle. Denn die.Landesvertre- tung kann sich der Besorgnisse nicht erwehren, welche sich aufdrängen bei dem Gedanken an die Unsicherheit des Ausganges der kriege- rischen Wirren, bei der Ratlosigkeit im bundesstaatlichen Lager und bei der Erwägung, daß unser Land durch eine aktive Teilnahme am
        

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