— 18 — Anter dem 9. Dezember endlich unterbreitete das Gubernium die Baugeschichte dem Patronus, dem Kaiser. Bezüglich der Bau- pflicht sagte es, da die Gemeinde und der Pfarrer nicht zahlen können, müssen der Kaiser und der Fürst von Liechtenstein zu gleichen Teilen zahlen. Den Pfarrhof habe im Jahre 1733 das Aerar allein gebaut, weil das Zehentrecht des Fürsten bestritten worden sei. Jetzt müsse der Fürst auch partizipieren. Der Zusammenhang von Kirchenpatronat und Gutenberg sei den Herren unbekannt. Jene Güter seien wahr- scheinlich den Bürgern abgekauft worden. Am die Last des Patro- nates abzuwälzen, wird der Verkauf der Güter empföhle». Sie haben eine Fläche von 142 602 Quadratklaftern und einen Wert von 28871 fl. und könne dieser mit den Alprechten, Streue- und Holz- maß, Almeind u. dgl. aus 30 000 fl. erhöht werden. Beim Einzel- verkauf könne der Preis noch höher kommen. Es haben sich bereits zum Kauf gemeldet die Gemeinde, das Oberamt und der Advokat Dr. Della Torre. Zum Einzelkauf würden sich die Balzner und Schellenberger (!) nicht herbeilassen. Ausländer sehe man nicht gerne im Lande und man gebe ihnen kein Bürgerrecht. Dem Einzelverkauf stehe auch das Patronatrecht entgegen. Nur der Fürst von Liech- tenstein dürfte sich zu einem annehmbaren Preis und Aebernahme des Patronates herbeilassen und zum sofortigen Bau von Kirche und Pfarrhof. Der rührige Pfarrer von Balzers hatte im August 1801 aber- mals das Gubernium zu mobilisieren gesucht lind im März des Jahres 1802 wandte er sich wieder an seinen Bischof. Er erinnerte ihn an seine überaus traurige Lage. Schön im 7. Jahre sei er ohne Pfarrkirche und ohne Pfarrhof zum größten physischen und mora- lischen Schaden für ihn, für die Pfarrkinder und Reisenden und zum Aergernis der angrenzenden Reformierten. „Des erlittenen Schadens und Angemachs zu geschweigen, welche hier als am nächsten bei dem weltbekannten St. Luziensteig, bei dessen öfteren Eroberungen und Einnahmen durch feindliche und andere Armeen verursacht wurden, wo es Hunger, Blöße und Lebensgefahren gab; der Ort des Gottesdienstes ist in einer Au draußen, entlegen; bei anhalten- dem Regenwetter mußten Pferde und Wägen des Wassers halber gebraucht werden, um hin zu kommen. Das Venerabile ist in einem alten Tabernakel, welcher nicht vor dem Regen geschützt werden konnte. Es wäre zur Zeit des Krieges unbescheiden gewesen, die
        

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