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V. Geschichte des Benderer Patronatrechtes, V. Geschichte des Benderer Patronatrechtes. In ältester Zeit, da die Kirche von Bendern dem Kloster Schän- nis gehörte, übte die Äbtissin oder der Vogt des Klosters (die Gra- fen von Lenzburg) das Recht aus, den Pfarrer von Bendern zu wählen. Dann ging dieses Recht auf die Ritter von Limpach über. AIs im Jahre 1194 das Kloster St. Luzi in den Besitz der Benderer Pfründe gekommen und i. I. 1225 die Pfarrei dem Kloster inkorporiert worden war, gab es lein Patronatrecht im eigentlichen Sinne mehr, sondern die Vorsteher des Klosters, die Pröpste oder Äbte, waren die gebornen Pfarrer von Bendern, die die Pfarrei in eigener Person oder durch einen Stellvertreter, einen vicarius, ver- walten konnten. Als aber i. I. 1392 die Besitzungen der Statthalterei von Ben- dern an den Fürsten von Oranien-Nassau übergingen, änderte sich das Verhältnis. Die protestantischen neuen Besitzer konnten nicht selbst Pfarrer von Bendern sein; aber sie beanspruchten das Recht, den Pfarrer zu präsentieren, das Patronatrecht. Zwar gab es unter ihrer kurzen Regierung (1802—1894) keinen Zwist deswegen, da sie so- wohl den damaligen Pfarrer ?. Kehle, als auch den Statthalter ?. Anton Fröhlich in ihren Amtern einfach beließen. Im Jahre 1806 traten Abt und Konvent von St. Luzi alle ihre Rechte, also auch den Besitz der Benderer Pfründe an das Prie- sterseminar in Chur ab. Somit wäre die Pfründe dem Seminar ein- verleibt worden und die Leiter des Seminars hätten die Pfarrpro- visoren ernennen können. Dieser Übergang der Pfründe vom Kloster an das Seminar war vom Bischof und Papst bestätigt worden. Da im- mer noch Patres von St. Luzi in Bendern die Seelsorge ausübten, blieb die Angelegenheit unberührt. Als aber i. I. 1813 der Pfarrer ?. Kehle starb, wurde sie akut. Es fragte sich, wer nun den neuen Pfar- rer wähle. Der Bischof vindicierte dieses Recht selbstverständlich dem Seminar, womit aber die baierische Regierung, die unterdessen in den Besitz von Vorarlberg und den St. Luzi Gütern in Bendern gekom- men war, nicht einverstanden war. Die baierische Regierung ernannte
        

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