IV. Die Seelsorge seit dem Untergang des Klosters St. Luzi. 87 Theuille berichtete diese Angelegenheit dem bischöfl. Ordinariat. Er habe immer gehört, daß das alte Abfallholz von jenen Lehengütern von den Pfarrern benützt worden sei. So habe er erlaubt, einige solche Bäume zu fällen, die den Lehenertrag verminderten. Er wollte das Holz versteigern lassen und den Erlös für die Pfründe verwen- den. Nun dieser Protest des Rentamtes und der Befehl, vor demselben zu erscheinen! Er sei nicht erschienen, sondern habe dem Rentamt geschrieben, er glaube bei der bisherigen Übung bleiben zu dürfen, so lange nicht ein Gegenbeweis geleistet werde. Tatsache sei, dasz ?. Fröhlich, Pfarrer p. Kehle und Pfarrer ?. Maiser die- ses Recht ausgeübt haben mit Wissen des Verwalters Fritschner. Es sei sicher, dasz schon unter Oranien das Holz der Pfründe geschenkt wurde. Der Statthalter Fröhlich sei selbst nach Weingarten gereist zur oranischen Regierung für die Pfarrei. Das Ordinariat antwortete: Wegen den 20 Gulden, die das Holz wert seien, soll keine Diskussion veranlaßt werden. Sollte das! Oberamt aus sich die Verteidigung des Besitzrechies übernehmen, so habe der Provisor ihm alle Behelfe mitzuteilen. Bei der bekannten Gewissenhaftigkeit der in Gott ruhenden Patres Fröhlich, Kehle und Maiser könne mit moralischer Gewißheit eine vorausgegangene Be- willigung angenommen werden und im schlimmsten Fall sei bei ihnen, als armen Religiösen, die nichts hinterlassen haben, nach ihrem Tode ohnehin nichts zu erheben. Das fürstl. Oberamt klärte die österr. Behörde über die Sachlage auf und diese verzichtete dann auf die Eichen. Auf Antrag des Ordinariates wurden die Güter der Pfarrei auf 6 Jahre an Private in Pacht gegeben. Das Rentamt in Feldkirch hatte trotz des Protestes des Fürst- bischofs die Pfarrei zur Bewerbung ausgeschrieben und da keine An- meldung erfolgte, das Oberamt ersucht, eine nochmalige Ausschrei- bung zu veranlassen. Natürlich ging Schuppler bereitwillig darauf ein und schrieb am 9. April 1821 die Pfründe aus. Es meldete sich ein einziger Kandidat in der Person des Priesters Peter Conzett aus Ludesch in Vorarlberg. Seine Briefe an Schüppler zeichnen sich durch Kriecherei vor dem Landvogi und unwürdige Gering- schätzung der kirchlichen Behörden aus. Die kirchliche Behörde hatte er getäuscht durch die Vorgabe, eine Stelle als Professor in St. Gal- len antreten zu wollen. Ein gewisser Ebeling in Feldkirch und ein
        

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