82 IV. Die Scelsorge seit dem Untergang des Klosters St. Luzi: dern versammelt und ihre Zustimmung eingeholt zur Abtretung des Klosters an das Seminar, nachdem das Corpus catholicum die abge- brannte Abtei dem Bischof zu einer Schule überlassen hatte. Am 15. Jänner 1813 starb ?. Georg Kehle, Pfarrer in Bendern, der mit Unterbrechung von 1774 bis zu seinem Tode hier gewirkt hatte. Sein Psarrhelser ?. Andreas Maiser teilte am gleichen Tage den Tod seines Ordensbruders dem Landvogt mit. Er bekundet in seinem Schreiben den großen Schmerz über diesen Verlust und bittet den Landvogt Schuppler dringend, ihm zu helfen, dasz er nicht durch die bairische Regierung, die damals im Besitze der Benderer Kloster- güter war und die das Präsentationsrecht auf die Pfründe bean- spruchte, auf die Strasze gesetzt werde. Er bittet um Verhaltungs- maßregeln, wie er sich Baiern gegenüber zu verhalten habe. Der Landvogt willfahrte schon am gleichen Tage seiner Bitte und schrieb an das baierische Landgericht in Feldkirch, man solle dem ?. Maiser die Verwaltung der Pfarrei übergeben, da er schon so lange dort ge- wirkt habe. Auf das hin ernannte das bair. Landgericht den ?. Maiser zum Provisor und Verwalter von Bendern und zwar schon am folgenden Tage den 16. Jänner. Es protestierte nun aber der Landvogt 3 Tage nachher gegen diese Verfügung des Landgerichtes, weil sie gegen die fürstlichen Hoheitsrechte verstoße. „Hat die Krone Baiern ein Recht auf die Einkünfte der Pfarrpfründe anzusprechen, so kann sie das nur infolge gerichtl. Vorfragen tun, und muß sich den Entschließungen dieses Oberamtes fügen, nicht aber Befehle in einem fremden Staate erlassen." Zugleich schrieb er an ?. Maiser, er habe sich nur an seine Weisungen zu halten. Über der gleichen Verwaltun- gen Verfügungen zu treffen in Liechtenstein sei nur das hiesige Ober- amt befugt. Die Baiern nahmen die Sache nicht so hitzig aus und baten den Landoogt seinerseits den ?. Maiser mit der provisorischen Verwaltung der Pfarrei nnd der Güter zu beauftragen, bis Se. Maje- stät, der König, eine definitive Wahl getroffen haben werde (14. März 1813). Die Pfarrei solle sofort ausgeschrieben werden. Zum Zwecke der Ausschreibung wurde nun über die Pfarrei an das Mini- sterium in München Bericht erstattet. Wir entnehmen demselben fol- gende Daten. Pfarrangehörige aus den 3 Gemeinden waren 1360. Der Pfarrer hat einen Hilfspriester zu unterhalten. Die Pfründe trägt nach Abzug der Lasten 785 Gulden. Schulen waren je eine in Gamprin, Ruggell und Schellenbcrg. Das Präsentationsrecht ge-
        

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