IV. Die 
Seelsorge seit dem Untergang des Klosters 
St. Luzi. 
79 Der Abt appelliert an die teilnehmende Bruderliebe der 3 Patres in Bendern und verspricht die Rückgabe der Alten nach erfolgter Jn- kameration und Reklamation. Man fühlt aus diesem Schreiben, wie die Herren in Bendern darauf bedacht waren, die Interessen der Pfarrei gegenüber dem Klo- ster zu wahren; daher die formliche Bitte an sie, zur Auslieferung der Schriften mitzuwirken. Für den Statthalter halte man nichts übrig; dagegen reichte der Kreishauptmann v. Nilari an den Grafen Kobenzl im Hornung 1895' die Rechnung ein, welche bei der Übernahme und Huldigung der Herrschaften Blumenegg, St. Gerold und der Pflegei Bendern auf- gelaufen war. Die Auslagen (über 219 fl) seien allerdings hoch gewesen, aber der Erhabenheit des Festes angemessen. Die Auslage von 56 fl 18 kr. für ein Mittagessen in Feldkirch sei allerdings auf- fallend; „aber nicht nur das eigene Personal, sondern auch der Herr Landvogt von Vaduz und der Statthalter von Bendern samt 4 Pfer- den und Bedienten nahmen daran Teil." Eine Ersparnis sei hier um so weniger möglich gewesen, „als man den Herrn Landvogt bei Übernahme der „Lehenspropstei" Bendern, wovon der Herr Fürst von Liechtenstein Territorialherr sei, und der die Rechte seines Herrn bei dieser Besitzveränderung handhaben mußte, unmöglich beseitigen konnte." Unter dem 25. Juni 1895 erhielt der Obervogt Friischner in Blumenegg von der österr. Regierungskammer in Eünzbucg folgen- den Befehl: „Da in der Konvention vom 23. Juni 1804 auch Ben- dern dieser Landesstelle zugewiesen wurde, sind laut Hofkanzlei-De- kret vom 25. Mai in diesen neuen Besitzungen die in Österreich be- stehenden Verordnungen in Anwendung zu bringen." Darüber wird sich das auf seine Rechte eifersüchtige Oberamt in Vaduz gefreut ha- ben! Indessen dauerte die österreichische Herrschaft über Bendern nicht lange. Im Frieden vom Preszburg 27. Dez. 1805 mußte auf Na- poleons Befehl Osterreich das Land Vorarlberg und Tirol an das neu errichtete Königreich Baiern abtreten. So kamen auch die Besitzungen von St. Luzi an Baicrn, und so auch die in Bendern. Der Abt von St. Luzi, der in seinem Stifte zu Chur residierte, und sein Konvent anerkannten selbstverständlich den Kirchenraub nicht
        

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