IV. Die Ccelsorge seil dc»! Untergang des Klosters St. Luzi. 
75 walter, der von nun an nur ihm verantwortlich sei. Die Lehenleute mußten ihm den Eid leisten. Die vielen Bemühungen des Abtes und der Patres um eine Pen- sion waren erfolglos. Nur „aus Gnade" gab der neue Besitzer ihnen eine einmalige Unterstützung von 176 Viertel Korn, 8 Viertel Nauh- frucht und 18 fl 42 lr. an Geld und später noch einmal 5 Malter Korn. — Auf Verwenden des Landammanns der Schweiz erhielt das Klo- ster dann einige Gefalle in Vorarlberg, welche dasselbe immer direkt bezogen hatte. Aber nun legte die österreichische Regierung Beschlag daraus und gab sie trotz allen Bitten nicht mehr heraus. Die österreichische Regierung hatte die St. Luzi Güter und Ge- falle, die in Rankweil und Frastanz lagen, auch dem Fürsten v. Ora- nien vorenthalten. Als im Oktober 1303 der Abt von Roggenburg das dringende Gesuch nach Wien richtete, dem l^. Sigfrid Welti, Kapitular des genannten Klosters und Missionär in der Abtei Chur- walden, die zu Altenstadt von dem Vogteiamt Feldkirch in Beschlag genommenen Lehenfrüchte sowie den Ehrschatz der bereits fällig gewor- denen Lehen verabfolgen zu lassen, schritt auch die Nassauische Re- gierung zu Weingarten zugunsten des Bittstellers ein. Sie verlangte, dasz dem Vogteiamt zu Feldkirch der Auftrag erteilt werde, die von den Geistlichen zu St. Luzi bisher bezogenen Früchte der im Feld- kircher Gebiete liegenden Rankweiler undFrastanzer Lehen auch noch für das Jahr 1803 zu verabfolgen, da diese Früchte zum notwendigen Unterhalt dieser dürftigen Geistlichen bestimmt seien. Auch der österr. Krcishauptmann v. Mkari zu Bregenz unterstützre das Gesuch. Aber umsonst! Die Herren, welche die Besitzungen der kirchlichen Stifte und Klöster erhielten, hatten doch die Verpflichtung übernehmen müs- sen, für die ihrer Eristenzmittel beraubten Geistlichen zu sorgen. Schon im Frühling 1803 war der Abt von St. Luzi um Aus- händigung des Rankweiler Zehnten eingekommen, aber abgewiesen worden. Die Belästigungen wegen den von Osterreich mit Beschlag beleg- ten Vorarlberger Klostergütern mag das Haus Oranien geneigt ge- neigt gemacht haben, diese Besitzungen an Osterreich auszutauschen. Schon am 21. Mai 1803 mußte der Vregenzer Kreishauptmann die Besitzungen der „Propstci" Bendern nach Wien bekannt geben.
        

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