70 III. Die Seelsorgc bis zum Untergang des Klosters. den. In der Kirche nahmen die Franzosen das Ciborium aus dem Tabernakel, schütteten die Hostien aus und raubten die Gefäße. Eben- so raubten sie die'Kelche und den Abtstab. Dieser war von St. Luzi nach Bendern geflüchtet und beim Anrücken des Feindes im Garten vergraben worden. Nachdem die Österreicher sich nach Feldkirch zurückgezogen hatten, besetzten die Franzosen unter ihrem General Massen« ganz Liechten- tenstein. Ihr Hauptquartier war in Nendeln. Aber als sie Feldkirch erobern wollten, wurden sie von dem tapferen vorarlbergischen Land- sturm geschlagen (Karsamstag 1799) und mußten nach einem Verlust von 4000 Mann das Land räumen. Die Landschaft Schellenberg hat durch diesen Einfall schrecklich gelitten. Alles, was von Wert war, wurde in Bendern, Eschen und Mauren geraubt oder zerstört; 4 Per- sonen wurden erschossen und viele verwundet. Jn Bendern wurde der Mesner Makarius Kind, der 40 Jahre hindurch seines Amtes gewal- tet hatte, so schwer verwundet, daß er an den Wunden starb. Die Glocken durften nicht geläutet werden. Das war im März 1799. Als im August wiederholt in Chur das Gerücht ging, die Fran- zosen brechen wieder in Bünden ein, flohen die Patres nach Bendern und brachten auch ihre Wertsachen und Kirchengeräte dorthin und von dort nach St. Johann in Feldkirch. Diese gingen aber verloren. Mit den Franzosen waren auch 9 Schweizer aus der Nachbar- schaft in den Pfarrhof eingebrochen und hatten plündern helfen. Da sie erlannt worden waren, wurden sie bei der schweizerischen Polizei angezeigt. Sie mußten sich beim Pfarrer stellen und sich mit ihm ver- gleichen. Sie sollten einen Geldbetrag als Schadenersatz leisten; die meisten zahlten bar, die übrigen ließen es beim Versprechen genügen. Von den 3 gestohlenen Pferden hatte ein Sennwalder das beste den Franzosen abgekauft. Als der Pfarrer ?. Maiser das erfuhr, ließ er den Käufer auffordern, das gestohlene Pferd ihm, dem Eigen- tümer, zurückzugeben, und als der Sennwalder mit der Zurückgabe zögerte, wandte er sich an die Militärbehörde in Feldkirch und Grabs. Beide Stellen befahlen die Rückgabe des Pferdes, da man offenbar Gestohlenes nicht laufen dürfe. Das Grabser Gericht erlaubte aber dem Käufer Schadloshaltung für seine Auslagen zu fordern. Als der Sennwalder merkte, daß der Handel für ihn nicht günstig aus- falle, verkaufte er das Pferd nach Glarus. Nun wandte sich der Pfarrer an das dortige Gericht. Dieses ordnete die sofortige Zurück-
        

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