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III. Die Ceclsmge bis zum Untergang des Klosters. Jahren um den vierten Teil erhöht worden. Man habe sich schon lange darüber aufgehalten, daß diese Geistlichkeit keine Landesabgaben leiste. In Friedenszciten hätte man nichts dazu gesagt; allein bei diesen Zeiten können man es nicht übers,Herz bringen. Nicht einmal die müßigen Pferde würden in nötigen Fällen zur Vorspannung ge- geben. Der Fürst teilte diese Klageschrift dem Abte mit. In dem Be- gleitschreiben sagt der Fürst: „Leider ist von der sogearteten Stim- mung der Untertanen und den französischen Freiheitsgrundsätzen bei- nahe soviel, wo nicht mehr, als vom Feinde selbst zu besorgen. In- dessen hat mich noch weit mehr als diese Betrachtung der wirklich bedauernswürdige Zustand dieser Untertanen und ihre in der näm-- lichen Bcschwerdeschrift gemachte feierliche Angelobung, ihren Pflich- ten bis auf den äußersten Grad der Möglichkeit getreu zu bleiben, bewogen, ihren Beschwerden, soviel an mir liegt, abzuhelfen." Er lasse darum seine bedeutenden Renten nicht einziehen und werde auch Vorkehrungen zugunsten der Untertanen treffen. Er ersucht auch den Abt die Sache in Berücksichtigung zu ziehen. Der Abt antwortete dem Fürsten: Alle diese Beschwerden der schellenbergischen Untertanen beruhen auf schiefer Darstellung. „Übri- gens bin ich in der Tat mit dem aufrichtigsten Willen bereit, das Möglichste, was die Kräfte meines bekanntlich äußerst dürftigen Stif- tes gestatten, in diesen allgemeinen Nöten jetziger Kriegsläufe beizu- tragen. Indessen wird es nur zu sehr durch meine eigene Erfahrung bestätigt, daß sotane Beschwerden nicht so fast aus wahrer, aufrichti- ger Begierde, Hilfe zu suchen, als ans verschiedenen französischen Grundsätzen abstammen, welche die Besitzungen der Vermöglichen, vor- züglich aber alles Eigentum der Kirche und Geistlichkeit bezielen und unsicher machen, und die sich wirklich durch offenbar gesetzwidrige Auf- lehnung gegen die Rechte und Übungen meiner Statthalter bemerkbar machen, womit ich aber in diesen Zeiten Geduld habe". — Diesem Schreiben war ein Bericht des Statthalters Anton in Bendern beigefügt. In demselben wird bestritten, daß sich die Einnahmen der Statthaltern auf 6600 sl belaufen, vielmehr beziehe sie kaum die Hälfte, wie aus den Rechnungen bewiesen werden könne. Der grö- ßere Teil der Einnahmen sei für die Seelsorger der Gemeinde, für Hospitalität, für die Armen u. s. w. bestimmt; das übrige erhalte allerdings das Kloster. Der Lehenzins sei gesteigert worden, weil
        

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