62 III. Die Seelsorge bis zum Untergang des Klosters. Bünden unter den Katholiken eine große Aufregung, wenn man das Gotteshaus einem anderen Orden überließe. Auch religiöse Gründe sprächen dagegen und Rom sehe solche Transferierungen nicht gerne. Die Patres, unter denen auch die späteren Äbte Marianus und Makarius sich befanden, widersprachen allen diesen Eegengründen. Sie stellten besonders dem religiösen Leben in Bendem ein glänzendes Zeugnis aus. An gewissen Anlässen seien die Beichtenden so zahlreich, daß die Patres nicht ausreichten und auch die Geistlichen der Nach- barschaft zuHilfe kommen müßten, während in Chur sogar am Ska- pulierfest höchstens 40 Personen beichteten. Am 3. Juni 1725 schied der vorzügliche Abt Milo aus dem Leben. Die Patres verteidigten ihre Sache in einer sehr langen la- teinischen Denkschrift, die sie dem Ordensvisitator und Abt von Roth überreichten. Dieser antwortete aber, diese so wichtige Sache müsse wohl überlegt werden und die kirchlichen Behörden, Bischof und Papst seien gegen eine Verlegung. Der Abt von Roggenburg dagegen war für den Plan gewon- nen. Nun brachten die Patres ihre Sache persönlich vor den neuen Nuntius, der eben in anderen Geschäften sich in Chur aufhielt. Die- ser gab günstigen Bescheid. Sie sollen schriftlich an den Hl. Stuhl gelangen. Auch der Auditor erklärte sich sehr dafür. Man solle aber auch dem Landesherrn, dem Fürsten von Liechtenstein, die Angele- genheil mitteilen, der aber sicher zustimmen werde. Der Administrator ?. Marianus Heiß bat den Abt von Roggenburg um die Ausfer- tigung der nötigen Aktenstücke an Papst und Fürst. Auf Befehl des Nuntius wurde der Plan gefaßt, das Kloster St. Luzi für ein Seminar zu erwerben und eine Kollekte für diesen Zweck zu veranstalten im ganzen Bistum. Der Kanonikus Graf von Rost, der spätere Bischof, ward zum Kommissarius dafür bestellt. Dieser verhandelte mit ?. Marianus über den Kaufpreis. Die Mobilien wären nach Bendern gekommen, ebenso die wertvollere Kirchenausstat- tung. ?. Marianus schrieb nach Roggenburg. Er meinte, wenn auch der Verlaus von St. Luzi nicht zustande komme, gehe man doch nach Bendern und lasse nur einen Pater in Chur zurück, bis ein günstiger Verlaus möglich werde. Es war vom Kanonikus zu wenig angebo- ten worden, da keine Mittel vorhanden waren. Der Nuntius berichtete von Luzern aus, er habe die Supplik nach Rom geschickt; das Kloster möge nun dort einen Vertreter suchen, der
        

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