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III. Die Seelsorge bis zum Untergang des Klosters. Im Jahre 1706 erschienen der Landammann Andreas Buche! und sein Vorgänger Andreas Marrer beim Administrator ?. Milo und dem Psarrer Dominikus Schwenninger und forderten für die gekauften Güter die Landsteuer. Diese wurde dann von diesem Jahre an entrichtet. Unter dem vorzüglichen Abt Milo nahm das Kloster einen neuen Aufschwung. Er nahm auch am 5. September 1718 an der Huld'- gung zu Vaduz teil, wo er das Hochamt hielt. Während seiner Regierung ergaben sich zwischen der Regierung und der Geistlichkeit des Landes, sowie auch zwischen der Regierung und einigen Gemeinden heftige Streitigkeiwn wegen des Novalzehn- ten und gewissen Besitzungen, wie an anderer Stelle erzählt ist. Das Verhältnis des Pfarrers ?. Dominikus Schroenninger zu seinen Pfarrkindern in Ruggell scheint nicht das beste gewesen zu sein. Der Landammann Andreas Büchel in Ruggell legte im Jahre 1709 dem Bischof folgende Klagen vor. 1. Für diese ausgedehnte Pfarrei genüge ein Priester nicht. Abt Adalbert habe einen Hilfspriester bei der Installation des ?. Johann Sapper versprochen, das Versprechen sei aber nie gehalten worden. Man könnte ja einen Weltpriester anstellen, wenn man zu wenig Pa- tres habe. 2. Die gestifteten Jahrtage werden nicht an den bestimmten Ta- gen gehalten. Entweder halte man die Stiftungen genau, oder zahle das Stiftungskapital zurück. 3. Der Pfarrer liest jetzt die Jahrtagmessen auch an solchen Ta- gen, an denen er für die Pfarrei zu applizieren hat. 4. Abt und Pfarrer haben bei der Ruggeller Kapellenweihe ver- sprochen, alle Wochen 2 Messen dort zu lesen, was aber selten ge- schieht, der Pfarrer läßt sich oft 3—4 Wochen nie sehen. 5. Bei einem Jahrtag sind statt 6 Priestern nur 4, einmal nnr 3 da gewesen. Zwar hat der Pfarrer versprochen, die übrigen Messen selbst nachzulesen, aber dann sind die Leute nicht dabei und den Ab- gestorbenen entgehet dann das Gebet. 6. Der Pfarrer verlangte vom Landammann das St. Fridolins- Kapellen-Buch, um die Stiftmessen abzuschreiben, hat es aber am Fridolinstag nicht zurückgestellt. 7. Auch hat der Pfarrer dem Benderer Kirchenoogt Bücher und Schlüssel abgenommen.
        

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