44 III. Die Seclsorge bis zum Untergang des Klosters. Durch die Anwesenheit der katholischen Familie erhielten die Ka- tholiken in SaX einen Rückhalt, weshalb sich dort der Glaube und der katholische Kultus lange erhielt. Aber die protestantischen Brüder wollten auch das nicht dulden; sie waren nicht zufrieden, in ihren Dör- fern den alten Glauben zu unterdrücken, sie wollten auch nicht dul- den, dasz er in Sar fortlebe. Sie schrieben 1535 an die Stadt Zürich und berichteten „was Massen uns unsere schwestern bericht, das unser stiefsbruder Johann Diepolt nun zum andern mal den amnian Ab Nberg von Schwyz sambt einem gottlosen Pfaffen von Einsiedeln bei sich gehabt und nach heimlichen gesprächen und radtschlagen das Geschrei durch die Her- schaft gehen lassen, es solle die meß und Römische religion mit hilf der 5 Orthen eingeführet, desgleichen auch andere fachen unsers Herrn vatters sei. Verlassenschaft halber dermassen geleitet werden, das wir nachkinder des Vatters wenig sollen zu verhoffen haben." Auf gründ des väterlichen Testamentes wird die Stadt Zürich angegangen, ihnen auf friedlichem, oder wenn nötig, auf gewaltsamem Wege die Gleichberechtigung mit den Söhnen erster Ehe zu verschaf- fen. Bis sie nach Hause zurück seien, solle Zürich einen Verwalter über die ganze Hinterlassenschaft stellen und dann die Erbhandlung ihrem Gerichte unterstellen. Jn einem Schreiben von 1590 an Zürich beklagt sich Freiherr Johann Philipp sehr darüber, dasz man ihre eheliche Geburt und das Erbrecht in Zweifel ziehe, und die Disposition ihres Vaters nicht anerkennen wolle, und fährt dann fort: „Dabei es nit bleiben, dasz wir bei den Ausländischen und Benachbarten dergestalt verkleinert und allenthalben in gemeines Landsgeschrei als verstoßene und unrecht- mäßige Erben sind ausgerufen worden, sondern, was noch das aller- unleidlichste ist, haben eine ziemliche Anzahl unserer eigenen ange- borenen Untertanen fast aus allen Gemeinden, die zu Neue- rung, Ungehorsam und Aufruhr ohnedies geneigt sind, dies alles zu ihrem vermeinten Vorteil gezogen und sich durch unseren Stiefbruder bewegen lassen, daß sie sich an einer offenen Landsgemeinde von den Amtleuten etc. mutwilliger Weise aus unseres Stiefbruders Begehren abgesondert und ihm allein zu schwören sich verwilliget . . . unsere Herkommen, Stamm und Namen in Zweifel zogen, so daß wenig fehlte, daß aus solcher pflichtvergessener Absonderung eine größere Weitläufigkeit zu unserem Schaden hätte entstehen können. Sintemal
        

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