42 III. Die Seelsorge bis zum Untergang des Klosters. ten erhalten.*) Im gleichen Jahre ließ er aus den Kirchen die Bil- der und Altäre wegnehmen, verbot in den beiden Kirchen die Messe und nötigte die Leute durch verschiedene gewaltsame Mittel zur Re- formation. Dagegen führten der Abt von St. Luzi und der Bischof von Chur Klage bei den katholischen Kantonen der Schweiz. Die katholischen Orte, gestützt auf den Landfrieden von 1531, der jeder weiteren Ausbreitung der reformierten Lehre im Gebiete der Eidgenossenschaft Schranken setzte, sowie auch die Bestimmung in der Schenkungsurkunde von Sar und Frischenberg, welche den Unter- tanen ihre alten Freiheiten garantierte, protestierten gegen das Vor- gehen des Freiherrn." Aber von Zürich unterstützt, behielt der Frei- herr schließlich Recht; doch hielt er es für geraten, dem altgesinnten Teil seiner Bevölkerung den Besuch des katholischen Gottesdienstes in Bendern zu gestatten, auch Bilder und Altäre in der Kirche zu Sar verbleiben zu lassen." Er starb i. I. 1535 mit Hinterlassung zweier katholischer Söhne aus erster Ehe Johann Alb'recht und Joh. Diepolt und mehreren Söhnen aus seiner Verbindung mit der bür- gerlichen Regina Marbach, die protestantisch waren. Um diesen letz- teren das gleiche Erbrecht zuzusichern, wie den legitimen Söhnen erster Ehe, übergab er in seinem Testamente sein ganzes Vermögen der Stadt Zürich mit dem Auftrage, bei der Teilung desselben alle seine Söhne in gleicher Weise zu beteilen. Er gab der Stadt auch den Auftrag seine Familie und Untertanen gegen Johann Albrecht und Johann Diepolt in der reformierten Lehre zu schützen. ') Im Benderer Pfarrarchiv 
findet sich vom Abt-Pfarrer P. Christian fol- gendes Schriftstück: Ani 7. Tag Januarii des angenden 1565. Jars sind die ersamen Caspar Brüchli aus dem Sendwald und Ulrich Pösch von Salez gen Bendern kommen. Mich haben nit anhaimisch funden, Sonder zue Eschen gewesen. Daselbs haben sie mich erlangt. Auch gedachte gesanten baider Pfargenossen Sendwald und salez aus min schriben zu Inen gethan ordentlichen Catolischen Priester haben, so ich ine» zu geben als Lehen Herr erboten, haben mir müntlich geaniwort, das ge- dachte baid genossen 
sich mit irem Herren ainhellitlich vercrinigett und nit willens fürohin Catolische Priester zu haben, sondern mit zwaien 
Predikanten sich ver- sehen 
lassen. Solle och inen baiden gemainen nichts rvitters zu mueten »och schik- ken. Solcher jr Antwurt hab ich glich dem Decano Joanni Tutelio und' d. M. Matheo erzelt. Auch sey baide Herren zum tail selberts von innen gehört. P. Christianus Abb. S. Lucii, Pfarrer zu Bendern. Auf soliches ist der Predikcmd, so on Zweifel vor bestellt, on 
mein Wissen, den 3. Tag aus die pfruend Sendwald gezogen auch umgeend, mein des Abts wissen, so einen katho- lischen priester allweg vor behalten ist.
        

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