III. Die Seelsorge bis zum Untergang des Klosters. 41 in Bendern schwer heimgesucht werden durch den Abfall seiner über- rheinischen Pfarreien zum Zwinglianismus. Der Freiherr Ulrich starb noch i. I. 1533 als Katholik. Er hatte noch, wie wir gesehen haben, für Sennwald kirchliche Stiftungen gemacht. Zwar war schon unter ihm die neue Lehre in seinen Ge- meinden (zu seiner Freiherrschaft gehörten Sar, Sennwald, Salez und Haag) gepredigt worden; aber er stellte den katholischen Kultus in seiner Herrschaft wieder her. Sein einziger Sohn Ulrich Philipp war mit der Gräfin Anna von Hohenzollern verheiratet. AIs er von einem Feldzuge zurück kam, vertrieb er seine Gemahlin und heiratete eine Bürgertochter. Diese zweite Ehe war nach kirchlichem und staatlichem Rechte ungültig und die Kinder aus dieser Ehe unehelich. Sie waren nach dem Familien- erbrecht schon deshalb nicht erbberechtigte wirkliche Freiherren, weil ihre Mutter nicht standesmäßig, sondern nur bürgerlichen Standes war. Dieser Grundsatz wurde strenge eingehalten und gilt heute noch. Söhne aus erster Ehe waren Johann Albrecht und Johann Diepold. Diese waren und blieben katholisch, sowie auch ihre zwei Schwestern, von denen eine ins Kloster Valduna trat. Zeller-Werdmüller sagt nun, in kirchlicher Beziehung bisher unentschieden, habe sich Ulrich Philipp nach der zweiten Heirat auf Seite der Reformation geneigt, deren Partei er unter dem Einfluß seiner eifrig reformierten Frau inti- mer entschiedener ergriffen habe. „Um dem Katholizismus gegenüber freier auftreten zu können, verkaufte er seine thurgauische Besitzung Bürglen und erwarb dagegen im Zürcher Gebiet den Freisitz Uster. Da er in seinen Herrschaften Sar und Forstegg freier und unabhän- giger Herr war, benutzte er den Weggang des bisherigen Pfarrers von Sennwald, um die Reformation in seinem Ländchen durchzufüh- ren, nachdem er schon 1563 hie und da einen evangelischen Geistlichen in Salez hatte predigen lassen." Er berief den protestantischen Pastor von Altstätten, damit derselbe die Pfarreien Sennwald und Salez durch seine Predigten gewinne. Als i. I. 1564 der bisherige katho- lische Pfarrer I'. Michael von Sennwald wegzog, zeigte der Frei- herr dem Abte Christian von St. Luzi in Bendern an, daß die Gemeinden Sennwald und Salez in Uebereinstimmung mit ihm gesonnen seien, keine Meßpriester als Pfarrer mehr zu haben. Sie hätten sich daher nach Zürich gewandt und von dort zwei Prädikan-
        

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