178 XIV. Volkswirtschaftliches und kulturgeschichtliche Notizen. „Zum Hausbau bezog einer 
210 Maasz Wein." „In 
der „Aderlasz" trinkt 
er 31/, Maasz Wein." Bei 
den sog. Kerzeten (Kerzenmachen für die Kirche) wurden 3 Viertel Wein getrunken. Auch fremde Weine wurden eingeführt. Der Landammann Andr. Büchel, Wirt in 
Ruggell, spendete dem kranken Abt Florin 
6 Maasz Veltliner. Weniger gewandt waren die Männer im Schreiben. Manche konnten nicht einmal ihren Namen schreiben. Sie 
mußten sich ihres Hauszeichens be- dienen. Solche waren z. 
B. (Eustach. Marrer in Ruggell), l) (Mar Büchel in Ruggell, Xc (Karl Oehri 
auf Musinen), ^- (Hans Schechli auf Schönbühl), N 
(Seb. Bläsi von Schönbühl), I. L. (Joh. Bläsi), > (Silvester Hasler in Gamprin)/ ZV (Hans Kind in Gamprin, (Jörg Hasler in Gamprin), IH 
(Georg Estöhl in Gamprin), IVI 
Peter Wang- ner in Gamprin), III Peter Hopp in 
Gamprin), )-j- Johann Fehr in Ruggell), IIII (Hans Walch von Gamprin), I-I-I (Ulrich Marrer von Ruggell). Mehrmals im Sommer ging das Unterland mit Prozession nach St. Cor- nelius, alljährlich am Josefstag nach Rankweil. Der Landammann zahlte dort Kerzengeld, Läuterlohn und Orgeldienst 2 fl 12 Kr., für das Läuten in 3 Kirchen 1 fl, den Kreuz- und Fahnenträgern 1 fl, den 8 Richtern und dem Weibel je 15 Kreuzer, den 3 Pfarrern je 1 fl. Der Handwerkerstand war ziemlich gut vertreten. Jn Ruggell war der Schmied Hans Ohri, der auch 
kranke Rosse kurierte. Jakob 
Sträub aus Schön- bühl war Zimmermann, Georg Kind in Gamprin Schuhmacher, Karle 
Ohri aus Rauffenberg Fischer, Adam Marrer in Ruggell Rädermacher, Johann Neff in Gamprin Glaser, Müller, Sodasieder, Zwilcher 
u. s. w. Wirte gab es in jeder Ortschaft. Das Geld war rar und 
man sparte den Kreuzer. Man rechnete nun nicht mehr nach Pfunden Pfg., sondern nach Gulden. Ein altes Pfund Pfg. war 1 
fl 3 Kreuzer,' der Gulden hatte 60 Kreuzer, der Kreuzer 4 Heller. Eine Dukats war 2 fl 2 Kr. Der Hauszins für eine Bauernwohnung war 
3 sl 10 Kr. Daß das Trinkgeld auch in höheren Regionen nicht unbekannt 
war, beweist folgende Eintragung im Zinsbuch: „Frau Margaretha Kcllerin von Feldkirch schuldet Zins von einem halben Haus laut 
Urbar S fl 8 Kr. Daran habe ich dißer Frawen Landvögtin derzeit zuo Vaduz wegen ihres Herrns Autentisierung des newen Urbarii als „Bügelgelt" abgeschrieben 6 Gulden." Liederliche Zahler gab es auch in vergangener Zeit. Ein Hans W. z. B. war 
von seiner zweiten Frau die Copulation und das Seelgerät (Bestattnis) und von der dritten Frau die Copulation auf Jahre 
hinaus schuldig ge- blieben. Unter den Zinsleuten des Klosters waren im Jahre 1570 aus Gamprin 26, aus Ruggell 27, aus Valgedin 3, von Salums 1, von Schellenberg 14, zon Haag 13. Während der dreijährigen Amtsperiode eines Landammanns (1733—1736) listeten die Gemeinden des Unterlandes für ihre Soldaten (Winterquartiere, Mon- iur. Pulver, Haber u. dgl.) c. 2000 sl, an 
den schwäbischen Kreis c. 1500 fl.
        

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