IX, Vom Zehcnten. 
141 liche Verwalter nicht in die Benderer 
Kirche eingelassen worden sei. Auf solche Reden 
zeigte sich die Kommission ernsthast gegen Harprecht 
und sprach, das sei unerheblich, um gegen ein 
Kloster also zu verfahren." St. Luzi wurde in den Genuß seiner Rechte wieder eingesetzt und 
erhielt Ersatz für 
das sequestrierte Eigen- tum. Der Streit dauerte 
bis 1722. Den Neubruchzehnten hatte St. 
Luzi schon >. 
I. 1687 vom Grafen Jakob Hannibal von Hohenems erworben. Jm 
Jahre 1753 waren die Benderer 
Güter samt dem 
Zehent verlassen nn Richter Peter Kind, Michel Ohn, 
Michel Kaiser, Andreas Heb, Dominikus Put- scher und Ferdinand Putscher. Im 
Jahre 1796 gab das Kloster den ganzen Zehnten 
auf 4 Jahre 
den Ge- meinden der Pfarrei zu Lehen. Die Pfarrangehörigen baten i. 
I. 1809 den Abt Augustin um abermalige Überlassung des Zehnten. Sie betonten 
besonders, dasz es für das Kloster von größerem 
Vorteil sei, den Gemeinden den Zehnten in Pacht zu geben als Privaten. S!e versprachen, 
dem Kloster jederzeit alle 
möglichen Dienste zu leisten und, wenn 
das Kloster in letzter 
Zeit schlimme Erfahrungen gemacht habe, so liege die Schuld nicht an den Gemeinden, sondern an einem anderen Orte, 
was sie aber lieber mündlich 
als schriftlich eröffnen wollten. Es war dies die letzte Zehcntoerleihung durch 
das Kloster, das schon nach 2 Jahren durch den Raubsrieden von Lüneville zum Untergang verurteilt ward. Jm 
Jahre 1313 bestand bei der baierischen Negierung 
die Absicht, den Zehn- ten samt den» Zchentstall, der eine Ruine war, zu verkaufen. Der Zehent war jetzt Jahr für Jahr versteigert worden. Sein Ertrag 
hielt sich zwischen 359—999 fl. Die Gemeinde Gamprin bot für den 
Zehnten 9099 Gulden an, 
oder 700 fl Pacht- zins. Das Amt in Kempten 
zeigte sich zum Verkaufe geneigt, 
aber die Sache blieb unerledigt, 
da schon im folgenden Jahre 
der Besitz der St. Luzi Güter 
an Öster- reich überging. Weitere Notizen. 1603 Revers wegen des Ruggeller Korn- und Flarzehnten 
um 70 fl Jahreszins. 1624 Der Graf v. Hohenems erklärt diesen Kontrakt für nicht mehr gültig nach dem Tode des einen Kontrahenten. 1646' Verlassung des Zehnten in den« neuen Feldlein unter 
Ruggell, die Widau genannt, 
um 6 Schäffel Haber. 1668 Der Pfarrer 
P. Christoph Lünt verleiht dem Landammann Johann 
Kai- ser, Georg Marrer, 
Andreas Kaiser und Lienhart Ritter namens 
der Ge- meinde Schellenberg den dortigen Zehnten 
auf 3 Jahre. 1635 Das Kloster macht mit den Pfarrangehörigen einen Vertrag wegen des Hanf- und Hühnerzehnten. 1686 Der Zehentwein betrug 
circa 173 Viertel in Bendern, von 
Mauren 33 Viertel, von der 
Steig 6 Viertel, vom Benderer 
Feld 40 Viertel, von Chiistrveinberg 35 Viertel, 
von Aspen und 
Rollen 48 Viertel, ab Schcllen- berg 100 Viertel, von 
Gamprin 4 Viertel, von Lauters 
Halde 20 Viertel, von Gubert von 
Salis 11 Viertel, von 
Bendern 50 Viertel zusammen circa 500 Viertel.
        

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