IX. Vom Zehenten. 135 IX. Vom Zehenten. Der Zehent des ganzen Pfarrbezirkes gehörte wohl seit Gründung der Pfarrei zur Kirche von Bendern und kam mit der Kirche i. I. 1194 an das Kloster St. Luzi. Nach dem Weggang oder Aussterben derer v. Limpach scheinen einige Her- ren Ansprüche auf diesen Zehnten gemacht zu haben. Im Jahre 1235 verzichtete ein Ulrich von Gamprin und seine Söhne auf den Zehnten, um den sie mit den, Abte des Klosters im Streite gewesen waren. Ein Marquart v. Schellenberg, welcher Schenk des Klosters Pfäfers war, verzichtete am 15. Juli 12K7 zu Feld- kirch auf den Zehnten. Vielleicht war es derselbe Marquart, der 5 Jahre früher dem Kloster Kreuzlingen, dessen Vogt er gewesen war, Schadenersatz leisten mußte für Güter, die er demselben zur Zeit der kirchenpolitischen Wirren entrissen hatte. Er wird auch auf den Benderer Zehnten Hand gelegt haben und genötigt worden sein, auf denselben zu verzichten. Die lateinische Urkunde lautet in Übersetzung: „Marquart, Schenk von Schellenberg, urkundet den Gegenwärtigen und Zu- künftigen. Zu wissen Allen, daß ich von gutem Geiste geleitet den Streit, den ich hatte oder zu haben schien mit dem Propst und Konvent des Klosters St. Luzi in Chur, betreffend den Zehnten, der zur Kirche der HI. Maria in Bendern gehört, bei Schellcnberg. in guter Treue, ohne Trug freiwillig und nicht gezwun- gen, von ganzem Herzen aufgegeben habe, indem ich auf alle Rechte, die ich auf diesen Zehnten zu haben schien, vollkommen verzichte. Geschehen zu Feldkirch i. I. 1267 am 15. Juli. Zeugen waren: der Priester Walther, Sohn des Marschalls von Montfort^), Swigger Thumb-), Albero und dessen Sohn Heinrich v. Schellen- berg, Marquart genannt Tölzer^), Burkart v. Haslach u. a." Der Zehent bestand in Se » nwald aus 10 Schüsseln Waizen, 13 Schüsseln Kernen und 2 Schüsseln Gerste. Der Abt Johannes Walser vergab diesen Zehn- ten i. I. 1590 auf 19 Jahre um 25 Pfund Pfenninge. Salez gab 9 Schäffel Waizen, 7 Schäffel Kernen, 3 Schäffel Haber und 2 Schäffel Gerste. Im Jahre 1449 wurde er auf 10 Jahre verliehen um 9 Psd. Pfg. und 22 Zöpfe Flachs. Im Jahre 1503 betrug er 11 Pfd. weniger 5 Schilling Pfg. Haag lieferte 15 Schäffel Waizen und 45 Zöpfe Flachs, später des Schwabenkrieges wegen nur 11 Schäffel Waizen und etwas Flachs. Im Jahre 1529 verkaufte das Kloster den großen Zehnten (Blutzehnten von Tieren) von Salez an die dortige Gemeinde. Vogt des Klosters war ein Pargetzi (Pantraz) Frick. Der Zehent der Pfarrei Bendern bestand in 342 „streitbaren" Hühnern (5 Kreuzer wert), 126 Pfund Hanf (a 3 Kr. wert), Obst von jedem der 114 Häuser für je 8 Kreuzer, Hirse und Fench 6 Viertel und 3 Mühle (das Viertel hatte 16 Müßle), Gesamtwert alles Zehnten von Bendern-Ruggell und Schellenb-rg betrug 59 Gulden und 11 Kreuzer (i. I. 1600). >) Diese Marschülle »on Montfort waren Dienstmannen der Grasen von Montsort und gehörten der FamMe der Ritter von Trtsen an. -) Die Thumben saßen aus Neuburg bei GotziS nnd gehörten der gleichen Familie an wl- di- von Schellenberg. 2) Einer der von Schellcnberg nannte sich „Tölzer" von ihrem früheren Besitz Töl, in Ober- baiern.
        

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