V. Geschichte des Benderer Patronatrechtes. 107 auch tatsächlich anerkannt (was nachgewiesen wird). Im Jahre 1344 habe man erklärt, kein Patronatrecht zu haben; jetzt wolle man es dem Seminar abtreten! Die klar ausgesprochene Tendenz, sich so der Bau- last zu entledigen, habe schmerzlichen Eindruck gemacht. Wer die Pa- tronatrechte und die Einkünfte habe, habe auch die Lasten zu tragen. Die Rechte bedingen auch Pflichten. Übrigens liege der Psarrhof von Bendern nicht auf österreichischem Boden, sondern auf dem Territo- rium des souverainen Fürstentums Liechtenstein. Die Ansicht des öster- reichischen Finanzministeriums sei mit den ersten Rechtsgrundsätzen un- verträglich. Entweder soll Österreich die Baulast anerkennen oder die Güter herausgeben, auf denen sie ruhe. Im April 1860 schrieb die Finanz-Bezirks-Direktion zu Feldkirch an das Rentamt: Durch die Verordnung der Landes-Direktion vom 2. Nov. 1359 und des Rentamtes vom 14. Nov. 1859 seien die Be- stimmungen bekannt gegeben worden, unter denen die noch in der Schweiz faktisch und nach ihrer ursprünglichen Stiftung fortbestehen- den Klöster in den Eenusz ihrer in dieser Provinz befindlichen, dem Sequestor unterworfenen Vermögenheilen eingesetzt werden. Solche Vermögenheiien bestehen Hierlands und im Fürstentume Liechtenstein auch von den beiden Stiften St. Gallen und St. Luzi bei Chur, rücksichtlich welcher nun bei dem Umstände, als diese beiden Stifte aufgehoben worden sind, das Finanzministerium mit dem Erlasse vom 7. März 1360 angeordnet hat, daß die von diesen beiden aufgehobe- nen Stiften herrührenden Vermögenheiten zum Verkaufe zu bringen sind und hiernach das Erforderliche eingeleitet und sofort die Ver- kaufsanträge vorgelegt werden sollen. Das Rentamt solle also eine Schätzung vornehmen lassen und die Versteigerung noch im Jahre 1860 abhalten. Über die Lehenhöfe soll ein besonderer genauer Bericht erstattet werden. Es wird erwähnt, daß schon i. I. 1839 über den Verkauf der St. Luzi-Güter verhan- delt worden, aber dann 1344 die Verhandlung abgebrochen worden sei. Besonders solle auch berichtet werden, auf welchem Wege die Eil- denbezüge abgelöst werden könnten und ob das Kaufangebot des Pfarrers Schädler zu berücksichtigen wäre. Im Jahre 1862 berichtete der Pfarrer an das Rentamt, Hagel und Sturm haben das Dach des Pfarrhofes und des Ökonomiegebäu- des arg beschädigt, und bat um schleunige Abhilfe. Im Jahre 1364
        

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