102 V. Geschichte 
des Benderer Patronatrechtes. mögens der Patron, in diesem Falle das österreichische Ärar, her- halten müsse. Drei Jahre später kam von der österreichischen Hof- kammer der Bescheid, das Ärar kenne keine Verpflichtung dazu. So verblieben die Löcher im Schindeldach noch viele Jahre, obwohl i. I. 1343 das Rentamt von Feldkirch an die Cam.-Bezirks-Verwaltung schrieb, das Dach der Kirche und des Turmes sei in so schlechtem Zu- stande und die Löcher so groß, dasz das Dach einem Netze gleiche. Aber die Kammer wollte nichts von Baupflicht wissen. Dagegen ge- währte sie dem Pfarrer Schädler, der über dem Holzschopf eine Som- merwohnung hatte Herrichten lassen, eine Entschädigung von 30 fl und 14 fl für andere Verbesserungen, die ein Sturmwind nötig ge- macht hatte. Unter dem 5. März 1355 ging das Ansuchen des Pfr. Schädler an die Cammeral-Bezirks-Verwaltung um Vornahme der äußerst notwendigen Reparaturen am Pfarrhof. Das Erdgeschoß sehe schrecklich aus. Thüren und Boden faul, die Fenster so, daß der Wind die Lichter auslöscht und alle Kälte eindringen kann. Er verlangt vor allem die Erstellung eines Brustgetäfels in seinem Zim- mer und zweier weiterer Fenster im Speisezimmer. Das Bezirks-Bau- amt in Feldkirch und der Steuereinnehmer Pfaundler konstatierten schon im Jahre 1353 den gänzlichen Zerfall des Pfarrhauses. Vom Erdgeschoß bis unter das Dach war alles beispiellos verwahrlost. Es ward ein Kostenaufwand von 2500 sl projektiert. Es wurden dann der obere Stock und das Dach repariert. Im Jahre 1857 sollte das Erdgeschoß bewohnbar gemacht werden. Die Kosten betrugen 1300 sl. Das Steueramt fand die verlangten Reparaturen für teilweise unnötig, ebenso die Finanz-Bezirks-Direktion. Das Bauamt aber lehnte eine Änderung des Bauantrages entschieden ab, weil der Zu- stand des Hauses ein so zerrütteter sei, daß eine oberflächliche Repa- ratur nur zu beständiger Nachhilfe Anlaß gebe. Die Finanzbehörde sah das dann auch ein und bewilligte sogar 1360 fl. Die Arbeit er- hielt Maurermeister Joh. Ammann aus Eöfis. Im Jahre 1855 hatte die k. k. Finanz-Prokuratur an das Fi- nanz-Ministerium eine von einem tüchtigen Kenner des kanonischen Rechtes verfaßte juridische Darstellung der Frage bezüglich des Pa- tronatrechtes gegeben. Es wird vorerst erklärt, daß das Stift St. Luzi nicht nur das Patronat über Bendern hatte, sondern Eigentümer der Pfarrpfründe war und selbst Pfarrer war, also nur Provisoren stellen konnte, wenn der Abt nicht selbst das Pfarramt verwalten wollte.
        

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