V. Geschichte des Benderer Patronatrechtes. 97 rische Betragen, kurz alle Eigenschaften, die von einem würdigen Seel- sorger nur immer.gewunschen, nicht blos gefordert werden, ferner oas eigene Opfer und die Entsagung anderer Versorgung sind Bestim- mungsgründe, welche dem Herrn Pfarrverweser Theuille allgemeine Achtung und Liebe sichern. Bestimmungsgründe, die nicht blos dem Amte, sondern auch den Pfarrkindern, nicht blos dem Landklerus, sondern auch allen Landesbewohnern den Wunsch abringen, daß nur er zum definitiven, rechtlich eingeleiteten Besitz der Benderer Pfarr- pfründe gelange." Das Ordinariat wurde dann ersucht, dem Herrn Theuille die Bewerbung zu gestatten, und versichert es der lebhaften Unterstützung. Aber Herr Theuille meldete sich nicht auf die Pfarrei bei der österreichischen Regierung, die die Pfründe wieder ausgeschrieben hatte. Das Jnnsbrucker Eubernium befahl dem Kreisamt, darüber zu wa- chen, dasz das Patronatrecht für die Krone Österreichs nicht verloren gehe und die Besetzung ordnungsgemäß geschehe. Als einziger Kandidat meldete sich nun beim Eubernium der vorarlbergische Priester Peter Konzett aus Ludesch, der früher kurze Zeit provisorisch am Gymnasium in Feldkirch ausgeholfen hatte. Grundsätzlich verweigerte ihm das Ordinariat die Admission, weil es das österreichische Präsentationsrecht nicht anerkannte. Das Euber- nium wandte sich deshalben an den Fürstbischof. Es sei gegen den Kandidaten nichts unrühmliches bekannt und das Brirner Ordinariat habe ihm auch eine Pfarrei angetragen. Nun trat der letzte Prämonstratenser von St. Luzi mit einem feierlichen Protest vor die Behörden. Derselbe lautet: „Da es verlauten will, die Pfarrei Bendern soll nächstens von einem Fremden von Se. Maj. dem Kaiser von Osterreich als Pa- tron präsentierten Priester besetzt werden, finde ich mich im Gewissen laut meinen aufhabenden Gelübden verpflichtet, weil ich aus Armut mein diesfälliges Recht in via juris nicht verteidigen kann, selbes we- nigst piote8tgn6o in vptims ivrrns, wie es mit diesem geschieht, be- stens zu wahren. Weit entfernt Se. Maj. oder anderen Höchst und hohen Behör- den den Willen, eine Ungerechtigkeit zu begehen zuzumuten, weit ent- fernt den Reichsrezeß oder das Heimfallrecht angreifen zu wollen, sage ich nur, daß aus Urkund der wahren Lage in dieser Sache in kactc» geirrt worden sei und noch geirrt werde. ? 7
        

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