l. Die älteste Geschichte der Pfarrei. 7 Der Ritter Rüdiger von Limpach, der im Turm zu Bendern wohnte und Herr von Bendern war, hatte ein einziges Söhnchen, das zur Zeit der Kornernte auf einmal verschwand. Alle Nachforschungen nach dem Kinde waren erfolglos. Da machte der Vater das Gelübde, er wolle seinen ganzen Besitz zu Bendern jenem Heiligen schenken, an dessen Tag das Kind lebend oder tot zum Vorschein kommen werde. Als am Vorabend vor dem Feste des hl. Luzius die Knechte das Korn ausdroschen, fanden sie das Kind unter den Garben. Es war in den Garben eingeschlafen, und da die Arbeiter dessen nicht achteten und neue Garben aushäuften, unter denselben erstickt. Nun erfüllte der Ritter sein Gelübde und schenkte seinen Benderer Besitz, die Kirche, Pfründe samt dazu gehörenden Gütern dem Kloster des hl. Luzius zu Chur. In der Kirche dieses Klosters in Thur ließ er auch die Leiche seines Söhnchens beisetzen. Weil aber seine Besitzungen am Eschnerberg Reichslehen waren, mußte er für die Übergabe derselben an das Kloster die Einwilligung des Kaisers einholen und sie mußte durch diesen geschehen. Als nun am 22. Mai 1194 der Kaiser Heinrich VI. in Chur sich aufhielt, trat der Ritter vor ihn hin und gab ihm seine Güter am Eschnerberg zurück unter der Bedingung, daß er sie dem Kloster St. Luzi auf ewige Zeiten als Eigentum überlasse. Der Kaiser ging darauf ein und stellte die erbetene Schenkungsurkunde aus. Zeugen waren die beim Kaiser anwesenden Bischöfe von Bamberg und Augs- burg und viele adelige Herren, nämlich der Herzog Konrad von Schwaben, des Kaisers Bruder Philipp, die Grasen Friedrich und Bertholo von Zollern, der Graf Rudolf von Sargans, die Herren Rudolf von Vaz, Heinrich v. Sar, Heinrich v. Aspermont, Konrad v. Räzuns, Ulrich v. Juvalt und viele andere. Die Urkunde ist in lateinischer Sprache abgefaßt worden. Sie wurde später ins Deutsche übersetzt und lautet so: „Heinrich der Sechsi von Gotesgnaden Römischer Kaiser und all Zeit merer des Reichs. Dieroeil wir den Kilchen und den gaistlichen Personen güetlich auftuend die glider der Barmher- zigkeit und In frey tharstrecken die hilf unser Reichlichen gaben, so zweifeln Wir nicht, das uns solichs Nutz sein werd, nit allein zu dem glücklicheren stat zeitlich? Lebens, sonder zu Widerlegung Ewigs lebens. So Wir nun solichs bedacht, wollen Wir zu er- kanndtnus bringen aller und jeder gläubigen unseres Reichs, nit
        

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