III. Die Stiftung der Pfarrpfründe am Triesnerberg. Die um das Jahr '1ZW im Gebiete des heutigen Triesnerberges eingewanderten lvalliser schlössen sich in politischer Hinsicht gleich nach ihrer Niederlassung zu einer selbständigen Gemeinde zusammen, Kirchlich jedoch gehörten sie zu den beiden Talgemeinden Triefen und Schaan und zwar wurden Frommenhäus, Notenboden, Erble, profatscheng, Silum und Masescha von Schaan aus pastoriert, während der .übrige Teil des Triesnerberges dem Triesner Kirchspiel zugewiesen war. Kuf den lieblichen Höhen zu Masescha erbauten die niedergelassenen lvalliser eine Kapelle, welche sie der Mutter- gottes weihten und als zweitem Schutzpatron dem hl. Theodor, dem Patron der lvalliser. Der hl. Theodor, im Volksmunde Theodul oder 5t. Ioder genannt, dessen Todestag die Kirche am 16. Kugust begeht, ist der erste urkundlich nachweisbare schweizerische Bischof und wirkte im heutigen Kanton lvallis. Unter dem hl. Kmbrosius, dem Trzbischof von Mailand, nahm er dort an einer Synode teil und von ihm berichtet die Legende, daß der Teufel auf seinen Befehl die erste Glocke von Italien über die Klpen nach der Schweiz gebracht' habe. Ein farbenprächtiges, von dem vorarlberger Maler Neich im Kuftrage des derzeit regierenden Fürsten Johann II. für das Kirchlein auf Masescha angefertigtes Gemälde — leider hat das Bild unter dem Mauerschwamm stark gelitten — bringt diese Legende zur Darstellung. In der ersten Hälfte des 16. Iahrhunderts wurde diese Kapelle vergrößert, dem gewölbten Thor ein Schiff mit zwei Zeitenaltären zugebaut und jedes Iahr wurden am Feste,des Kirchenpatrons eine Pro- zession und feierlicher Gottesdienst hier gehalten. Zeit der schrecklichen Pestzeit zu Beginn des l7. Iahrhunderts war besonders die Verehrung der beiden Pestpatrone, der heiligen Sebastian und Nochus in Uebung und das bis dahin als „Unser Lieben Frauen-Kapelle" bekannte Kirchlein findet sich in den Urkunden von nun an meist als Sebastians- Kapelle aufgeführt, von Leite der pestkranken wurde die Kapelle reichlich mit Lpenden bedacht, welche — wie verschiedene vorliegende Schuldbriefe ausweisen — in Kapitalien angelegt wurden.
        

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