88 heftigen Erregungen hin, über die er jedoch sofort wieder Herr wurde, und es ist ein schätzenswerter Zug im Charakterbilds des Fürsten, daß er ein in der Kufwallung begangenes Unrecht auch dem Letzten und Geringsten gegenüber wieder gutmachte. Er war Fürst genug, auch den Niedrigsten seiner Nebenmenschen zu achten. Sehr besorgt war der Fürst für das Wohl seiner Soldaten und richtete in den Kriegen ein besonderes KugenmerK auf die Errichtung von Spitälern für die Kranken und verwundeten- auch ließ er sich die Beförderung verdienter Offiziere sehr angelegen sein. Seit l7l8 war der Fürst mit der Prinzessin Knna Maria Liechtenstein vermählt, einer Tochter seines Gheims, des Fürsten Knton Florian, die ihm -bereits 1753 im Tode vorausging. Der Ehe entstammten vier Kinder — andere Berichte melden nur von einem Sohne — die jedoch alle bereits in frühem Klter starben., Fürst Wenzel hatte das Höhe Klter von 76 Iahren erreicht und Konnte den Tod mit dem frohen Bewußtsein erwarten, die Kufgabe seines Lebens erfüllt und die glänzenden Gaben seines Geistes und Herzens zum.Wohle seines Vaterlandes und zum Besten seiner Mitmenschen verwendet zu haben. Dieser überraschte ihn am 10. Februar 1772 am Schreibtisch mitten in der Krbeit. Groß war die Trauer um diesen seltenen Mann. „Der Staat verliert an ihm einen vortrefflichen Bürger", schrieb die Kaiserin an seinen Neffen und Nachfolger, den Fürsten Franz Joses, „und ich einen wahren Freund, welcher mit großen Ehren verschiedene, sowohl militärische als politische Würden bekleidet, den ich, so lange ich lebe, bedauern werde". Nicht minder herzlich war das Beileidschreiben Iosef ll. Km ergreifendsten aber bezeugten die Tränen der Krmen den Edelmut des Dahingeschiedenen, die bei der großartigen Leichenfeier in der St. Michaeler Kirche, bei welcher das ganze KrtillerieKorps die , Ehrengarde bildete, reichlich flößen. In der Familiengruft zu Wranau fand der große Fürst seine letzte Ruhestätte.
        

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