8<> Kaufte sie um den preis von 18,000 Franken vom Vater des französischen Marschalls Belle-Isle, nach einer andern, weniger glaub- würdigen Version hätte er sie vom Papste Tlemens Xl. zum Geschenke erhalten. Ein Antiquar, der sie nach Eugens Tode erwarb, um sie nach Italien zu bringen, trat sie dem Fürsten für fünfhundert Dukaten und einige Kostbare Antiquitäten ab. König Friedrich der Große wollte mit dieser seltenen Reliquie antiker LronzeKunst seine eigenen Sammlungen bereichern und ließ durch seinen Wiener Gesandten Unterhandlungen über den Ankaus einleiten, aus Grund derer die Statue tatsächlich um den preis von fünftausend preußischen Talern im Iahre 1747 in seinen Besitz überging. Der Fürst hatte schon früher durch den berühmten italienischen Kupferstecher Tamerata Stiche anfertigen lassen, denn er gedachte die Bronze, wie es wenig- stens der preußische Gesandte seinem Herrn berichtete, in England in einer Lotterie ausspielen zu lassen. Beim hohen Enthusiasmus und seinem regen Sammeleiser für hervorragende Werke der bildenden Kunst überrascht diese Veräußerung des Fürsten lebhast und findet ihre Begründung einzig in der selbstlosen Art, in welcher er die Mittel nicht für seine persönlichen Bedürfnisse, wohl aber für seine artilleristischen Studien im Dienste des Vaterlandes aufbrachte. Schwer genug mag ihm das Gpser geworden sein, aber sein persönliches ver- mögen war nicht nennenswert, die reichen Mittel des fürstlichen FideiKommisses standen ihm damals noch nicht zur Verfügung, erst im Iahre 1748 wurde er Ehes des Hauses, die Reform der Artillerie, welche er nach Beendigung des italienischen Feldzuges, mit großer Initiative und in durchgreifender Weise betrieb, führte er größtenteils auf eigene Kosten durch, die staatlichen Zuschüsse waren gering genug und so mußte der Idealismus des Kunstfreundes der GpfersreudigKeit des Patrioten nachstehen. König Friedrich ließ für die Statue einen eigenen Gitterpavillon in unmittelbarer Nähe des Schlosses Sanssouci bauen, heute ist sie das bedeutendste Werk in der reichhaltigen Antikensammlung der früheren Königlichen Museen in Berlin,' ein Gipsabguß, den der Fürst vor dem Wegtransport der Bronze aus Wien machen ließ, ist im Rubens-Saal der Liechtenstein-Galerie ausgestellt. Wertvolle Bronzen erwarb der Fürst serner in Giordanos ,,Raub der Proserpina" und in einem Reiterdenkmal, ein „Tavallo" des großen Giovanni Bologna (1524—1608); desgleichen eine Künstlerisch
        

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