größtenteils vom Fürsten Wenzel erworben wurden und teilweise zu den erstklassigen Schöpfungen des Meisters zählen,' so das be- rühmte Porträt der beiden Söhne des Malers. Das schönste Frauenbildnis, das des unsterblichen Niederländers, des gro- ßen van Dvcks (1599—1641) Pinsel geschaffen, schmückt gleich- falls als eine glückliche Erwerbung des Fürsten, die Gemälde- sammlung nebst einer Anzahl hervorragender Werke des gleichen Künstlers, welche den besonderen Ruhm der Galerie bilden. Leider fehlen vielfach zuverlässige Urkunden gerade über die Erwerbung der hervorragenden Bilder. Der Fürst besaß auch eine glückliche Hand in der Auswahl seiner Galeriedirektoren, unter welchen die beiden Fanti, Vater und Sohn, hervorragen; ersterer vom Prinzen Eugen nach Wien berufen trat nach dessen Tode in die Dienste des Fürsten, sein Sohn vincenzio Fanti verfaßte den ersten gedrückten Katalog der Galerie in italienischer Sprache, welcher für die Geschichte der Sammlung wertvoll Ist. Der Fürst brachte weiterhin den Erzeug- nissen des Wiener Kunstgewerbes, das ob seiner geschmackvollen Aus- führung einen alten Ruf besitzt, reges Interesse entgegen und be- traute besonders den Wiener Goldschmied IaKob Tostebadio mit zahlreichen Austrägen. Ein unvergleichliches Werk antiker Kunst erwarb der Fürst aus dem Nachlasse seins ehemaligen Thess, des Prinzen Eugen von Savonen; es ist das. die berühmte Statue des Adoranten, angeblich eine Darstellung des Antinous, des Lieblings des Kaisers Hadrian, der sich im Nil ertränkte, um durch seinen Tod einen dem Kaiser geweissagten schweren Verlust abzuwenden und dem Hadrian göttliche Ehren erweisen ließ. An die Künstlerische Darstellung des Antinous Knüpfen die> ersten versuche der griechischen Bildhauerei an, das Porträt zum Snmbol zu erheben. Die Statue ist ausge- zeichnet durch edelste Formenbildung: Der schlanke Leib des betenden griechischen Knaben wächst aus den Hüften heraus empor, Arme und Blick zu den Göttern erhoben. Selten hat die Schönheit und Unschuld des heranblühenden Knabenkörpers einen vollkommeneren Künstlerischen Ausdruck erhalten. Diese antike Bronze ist hervor- gegangen aus der Schule des griechischen Bildhauers und Erzgießers Lnsippus am Ende des 4. Jahrhunderts. Ueber ihre Ge- schichte und Künstlerische Wertung hat sich eine ungewöhn- lich reiche Literatur entwickelt. Prinz Eugen von Savonen
        

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