87. der LanKgasse Aufnahme fand und von ihm in glücklicher Weise bereichert wurde. Fürst Wenzel setzte die Bemühungen seiner Vor- gänger mit großem Kunstverständnis und in freigebigster Weise fort und entfaltete ein Mäzenatentum fruchtbarster Art. vor allem richtete er sein Augenmerk auf eine würdige Aus- gestaltung seiner Gemäldegalerie und legte den Grund für ihren Weltruhm durch zahlreiche Erwerbungen von Gemälden erster Meister. In seinem Auftrage malte der aus der berühmten schottischen Maler- familie hamilton stammende Philipp Ferdinand von Hamilton (ge- storben 1750) mehrere der Galerie einverleibte Tierstücke, ebenso war auch der Tiermäler Franz Werner Tamm in den Diensten des Fürsten tätig, von dem gleichfalls mehrere prachtvolle Bilder die Galerie zieren. Wie der Fürst auch mitten in den Wirren Kriegerischer Ereignisse auf die Sammlung von Kunstwerken bedacht war, geht aus einem Berichte des Ministers Lartenstein hervor, demzufolge Fürst Wenzel auf der Rückreise von der Rheinarmee des Prinzen Eugenius in Kassel Aufenthalt nahm, sich hier mit dem Landgrafen Wilhelm o. Kassel befreundete, dem er Jagdhunde, Pferde und Tokayerwein besorgte, während der Landgras den Be- mühungen des Fürsten nach Erwerbung von Kunstwerken behilflich war, so z. V. von Gemälden des berühmten Amsterdamer Malers Ian von huysum (1682—1749), dessen Blumen und Fruchtstücke ob ihrer vollendeten Raturwahrheit zu den Besten dieser Art gehören und die berühmtesten Galerien schmücken. Als ihn das vertrauen seines Kaiserlichen Herrn 1758 als Botschafter an den französischen Hof berief, benützte der Fürst die günstige Gelegenheit zur Be- reicherung seiner Kunstsammlung. Unter die Erwerbungen aus dieser Zeit zählen vier entzückende Genrebilder von Iean Simeon Thardin (1699—1799), dem berühmten realistischen Schilderer von Szenen aus dem täglichen Leben, dessen Bilder durch einen zarten, har- monischen Gesamtton ausgezeichnet sind, höß zählt diese Werke, welche der Fürst beim Künstler selbst Kaufte, zu den besten, welche die französische Malerei jener Zeit hervorbrachte. Eine weitere glückliche Erwerbung aus der Periode seiner französischen Gesandt- schaft sind sieben große Emailtafeln von Pierre Tourtois mit Szenen aus dem trojanischen Krieg. Der berühmte französische Vildnismaler Hyacinthe Rigaud (1665—1743), dessen pomphaste Bildnisse der da- maligen Fürstlichkeiten und Würdenträger der europäischen Höfe 6 *
        

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