79 gegen den Preußenkönig und stellte sich damit auf Leite des Generals Laudon, im Gegensatz zum Feldmarschall Daun, welcher die öster- reichische Armee aus eine bloße Defensive beschränken wollte. Der Fürst drang mit seiner Ansicht durch, die auch vom ersten Minister der Kaiserin, dem Staatsmann Kaunitz unterstützt wurde, und im Sommer dieses Jahres erfocht Laudon den Sieg bei Landshut. Eine Zeitlang dachte man am Wiener Hofe daran, den Fürsten Wenzel mit dem Oberkommando zu betrauen, dieser Plan stieß aber auf den entschiedensten Widerstand der Partei vauns und Kam nicht zur Ausführung. Durch ven Frieden, zu hubertusburg vom 31. Dezember 1762 fand endlich dieser lange und schlachtenreiche Krieg seinen Abschluß, der für alle beteiligten Länder die unseligsten wirtschaftlichen Folgen brachte. Friedrich.hatte jedoch sein Ziel erreicht: Tr hatte Preußen zu einer europäischen Großmacht erhoben und „der Glanz seiner» Taten", sagt ein Geschichtsschreiber, „hatte das Andenken an die Rechtswidrigkeit seines Vorgehens in den Hintergrund gedrängt". Eine dem prachtliebenden Geiste des Fürsten zusagende und sehr ehrenvolle Mission übertrug ihm die Kaiserin im herbste des Iahres 176l), nämlich die Brautwerbung für den Kronprinzen Josef, den späteren Kaiser Josef ll., bei der Infantin Isabella von Parma. Mit außerordentlich großem prunke wurde diese Brautwerbung in- szeniert,' wenn .auch die Staatskassen leer waren und durch blutige Steuern die Mittel für die Kriegsführung aufgebracht werden mußten, so hatte man doch für Feste-immer Geld übrig. Die Aufgabe der feierlichen Brautwerbung Konnte nicht leicht einem Würdigerem über- tragen werden als dem Fürsten Wenzel Liechtenstein, denn er „nahm damals seiner Geburt und seiner persönlichen Stellung nach wohl unbestritten den vornehmsten Platz am Kaiserhofe ein. Wenn ihn schon, was seine Herkunft und seinen Reichtum betraf, niemand überragte, so reichte vollends an das militärische Verdienst des-Siegers von piacenza, des Reorganisators der österreichischen Artillerie Keiner heran, der sonst vielleicht in irgendwelche Rivalität mit dem Thef des Hauses Liechtenstein hätte eintreten Können" (Arneth, Maria Theresia VI. 5. 189). Am 3. September fand die feierliche Braut- werbung in Parma statt und vier Tage später die Vermählung durch prokuration; der Fürst vertrat hiebei die Stelle des Bräutigams und führte die Braut nach Wien. Dreihundert postpferde sorgten
        

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