Friedrich II. gab sich mit seinen Erfolgen im ersten schlesischen Kriege nicht zufrieden und das zunehmende Waffenglück der öster- reichischen Heere gegen Banern und Frankreich ließen in ihm die Befürchtung entstehen, daß ihm Schlesien wieder entrissen würde. Nachdem er sich der Freundschaft Kußlands, Schwedens und Frank- reichs versichert und einen, allerdings vergeblichen, Versuch zur Gewinnung der türkischen Bundesgenossenschaft unternommen hatte, eröffnete er durch einen Einfall'in Böhmen im Kugust 1744 den zweiten schlesischen Krieg (1744-^1745), er fügte den österreichischen Truppen in den Schlachten bei hohenfriedberg und Saar empfind- liche Niederlagen bei und schlug ihre sächsischen Verbündeten bei Kesselsdorf. Durch den Frieden von Dresden (25. Dezember 1745) sah er sich im unbestrittenen Besitze des geraubten Schlesiens. Fürst Wenzel nahm an diesem Kriege nicht teil, da ihn die Kaise- rin mit sder Führung ihrer Sache in Italien betraute, hier war seit dem Jahre 1742 der Krieg mit. wechselndem Glücke geführt worden. Dem österreichischen Heer, das als einzigen Bundesgenossen das unzuverlässige Sardinien zählte, standen die vereinigten Heere der Spanier und Franzosen und jenes der Republik Genua gegen- über. Der Vorgänger des Fürsten Wenzel im Oberkommando war Fürst LobKowitz, der in unglücklichen Operationen ein Gebiet nach dem andern den Feinden überlassen mußte. Maria Theresia gab Italien beinahe verloren und setzte ihre letzte Hoffnung auf den Fürsten Liechtenstein, dem die schwierige Kufgabe zufiel, durch rasches handeln die schwer gefährdete Sache seiner Kaiserin zu retten. Der Fürst fand die österreichische Krmee in stark heruntergekommenem Zustand, .es fehlte an den notwendigen Lebensmitteln, Kleidern und Waffen, an Geld für den Solo der Truppen. Die Staatskassen waren erschöpft, trotz seiner dringendsten Vorstellungen Konnten dem Fürsten infolge der gleichzeitigen Feldzüge in Böhmen, Deutschland und den Niederlanden nur geringe Mittel zur Verfügung gestellt werden. Obwohl er damals noch nicht über ein bedeutendes Vermögen verfügte, suchte er doch aus seinen eigenen Geldern die Lag.' seiner Soldaten erträglicher zu gestalten und entlehnte zu diesem Zwecke große Summen. 5ln einen entscheidenden Schlag, wie er, ihn plante, war aber unter diesen Umständen nicht zu denken. Kls ein großer Teil des durch den Abschluß des Dresdner Friedens frei gewordenen Heeres in Böhmen zur Verstärkung nach Italien gesandt wurde,
        

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