69 reichischen Staat am prachtliebenden französischen Hofe würdig zu repräsentieren und die leidlich guten Beziehungen zwischen diesen beiden Staaten weiterhin aufrecht zu erhalten. Fürst Wenzel, dem die Kunst vornehmer Repräsentation in hohem Matze zu eigen war, der von seiner diplomatischen Gewandtheit bereits am Berliner Hofe Proben abgelegt hatte und sowohl der Tradition seines Hauses als auch seiner hervorragenden persönlichen Eigenschaften wegen als die Krone des österreichischen Adels galt, war entschieden für diesen Posten in erster Linie geeignet, den er im November I7Z7 antrat. Aber erst ein Iahr später, am 2l. Dezember 17Z8, erfolgte der glanzvolle Einzug des neuernannten Botschafters in Paris und wurde zu einem Ereignis am französischen Hofe. Üln der Frühe des genannten Tages, nachdem eine regnerische Nacht Sonnenschein und heiterem Wet- ter gewichen war, begab sich der Fürst mit den übrigen Herren der Gesandtschaft und einer zahlreichen Begleitung von Pagen, Schweizern, Stallmeistern und Dienern nach dem eine Stunde von Paris entfernten Dorfe piquepuce, von wo aus der Einzug durchi das Tor Zt. Antoine stattfinden sollte, wohnte in der dortigen Klosterkirche einem feier- lichen Hochamte bei und empfing die Besuche der Kavalliere der Prinzen und Prinzessinnen von Geblüt, sowie der am̂ Hofe aKKredi- dierten Botschafter, welche an dem Einzüge teilnahmen. Der Marschall pun Segur und der zur Einführung bestimmte Königliche Gesandte Sainctot holten den Fürsten in einem achtsvännigen Königlichen Wagen ab; während die übrigen Herren in gleichfalls achtsvännigen Equipagen des Fürsten folgten, flankiert von Edelknaben und Stall- meistern zu Pferde. Die Pracht der Livreen, das goldene und silberne Geschirr der Pferde, welche aus dem berühmten fürstlichen Gestüt zu Eisgrub stammten, die ganze prachtvolle Ausstattung der Auffahrt erregten das helle Entzücken der pariser, daß „alles volck durch die Gantze Gassen durch helle Stimm und Hand zusammenschlagen seine Freud und Vergnügen darob zu erkennen gab". Zwei Tage später fand die Ausfahrt des Fürsten mit derselben Pracht beim Königlichen Schlosse zu Versailles statt, welcher der König Ludwig XV. und die Königin mit dem ganzen Hofstaate zusahen,, während die französischen ^Garden und die Schweizer bei fliegenden Fahnen und Klingendem Spiel unter den Waffen standen, hernach wurde der Fürst vom König in feierlicher Audienz empfangen, richtete an diesen eine Anrede in lateinischer Sprache, stellte den Erbprinzen,'
        

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