67 ragenden Männer^ vorübergegangen, als Friedrich seinem alten Jugendfreunde als Zeichen seiner unwandelbaren Verehrung nebst einem herzlichen Schreiben ein Kostbares Service, mit dem Mappen des Fürsten versehen, aus der berühmten Berliner Porzellanmanu- faktur übersandte. Als man am Wiener Hofe an einen Wechsel des österreichi- schen Gesandten in Berlin denken mußte — der damalige Gesandte Feldmarschall Gras Seckendorf hatte den rauhen König Friedrich Wilhelm I. in der harten Behandlung des Kronprinzen bestärkt und Konnte sich beim zunehmenden Einfluß Friedrichs in seiner Stellung nicht mehr halten — lag der Gedanke nahe, die Beziehungen des Fürsten zum Berliner Hose politisch zu verwerten und ihn mit dem Posten des Gesandten zu betrauen. Der Plan seiner Ernennung ging vom Kaiser selbst aus und scheint der Fürst zu den Gegnern Seckendorfs gezählt zu haben, wenn auch seine direkte Teilnahme an dessen Sturze nicht erwiesen ist. Der Fürst Kam im Anfange des Jahres I7Z5 in Berlin an. Diese Mission erforderte einen äußerst Klugen Diplomaten, welcher den Schwierig- keiten dieser Stellung in jeder Hinsicht gewachsen war. In einer noch vorhandenen, ausführlichen Instruktion wird dem neuen Gesandten vor allem zur Pflicht gemacht, den. Kronprinzen, dessen zukünftige Ledeutunig man am österreichischen Kaiserhose wohl ahnte, für Oesterreich zu gewinnen, um sich nach dem Ableben -Karls VI. einen mächtigen Bundesgenossen im Kampfe um die Anerkennung der „pragmatischen Sanktion" zu sichern, d. i. jenes Ztaatsgrund- gesetz vom Jahre 1713, durch welches Kaiser Karl Vl. die Unteil- barkeit der Habsburgischen Monarchie und die Anerkennung der Thronfolge seiner ältesten Tochter Maria Theresia bestimmte. Der König Friedrich Wilhelm I. verhielt sich mit "zunehmendem Alter und Kränklichkeit dem österreichischen Hofe gegenüber, dessen Freund er ehedem gewesen, immer mehr ablehnend und wurde in seiner Abneigung besonders vom französischen Gesandten bestärkt, welcher im Interesse seines Landes Oesterreich zu isolieren suchte. Der Fürst sollte nun den Einfluß Frankreichs am Berliner Hofe möglichst schwächen, Haupt- und letztes Motiv seiner Sendung aber war, den zukünftigen König, den Kronprinzen Friedrich, für die österreichische Politik günstig zu stimmen. Darin läuft das dem neuernannten Ge- sandten mitgegebene, weitläufige Informationsschreiben letzten Endes 5 *
        

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