6Ü Welt als sein Vater sich machen und viel Schlimmes und Gutes tun Kann", schrieb Eugen 'über ihn an. den österreichischen Hof. Der Kronprinz, der eine harte Jugend hinter sich hatte und in leiden- schaftlichem Gegensatze zu seinem Vater ausrouch?, dessen geniale Fähigkeiten durch eine verkehrte Erziehung in falsche Bahnen ge- lenkt wurden und dessen Entwicklungsgang vielfach an jenen römi- schen Kaiser Julian den Apostaten erinnert, mochte sich dem fein- sinnigen Fürsten Wenzel umso lieber anschließen, als er bei ihm reges Verständnis für seine literarischen und philosophischen Nei- gungen fand und Teilnahme für die zahlreichen Verbitterungen seiner hochstrebenden Seele. Die im Feldzug angeknüpfte Freund- schaft wurde durch eine rege Korrespondenz aufrecht erhalten, deren Vermittlung bei der strengen Beaufsichtigung des Kronprinzen aller- dings nur auf geheimen Wegen geschehen Konnte und die Zeugnis von der hohen Verehrung ablegt, welche Friedrich für den Fürsten hegte. Der beschränkte Raum dieser Arbeit gestattet leider nicht einen Abdruck dieser auch zeitgeschichtlich interessanten Briefe. Das intime Verhältnis'zwischen dem Kronprinzen und Fürsten Wenzel be- leuchtet übrigens folgende Anekdote: Friedrich, der in seiner-Apanage von seinem sparsamen Vater Knapp gehalten wurde, nahm die Gefälligkeit des Fürsten in nicht geringem Umfange in Anspruch und sandte nach seiner Thronbesteigung die Darlehen samt Zinsen zurück, der Fürst aber, „der ohne König zu sein, Königlich dachte", nahm nur das Kapital an. Diese Iugendfreundschaft lebte nachhaltig in der Seele Friedrichs des Großen fort, und als infolge der Kriegerischen Verwicklungen zwischen Preußen und (Oesterreich aus den ehemaligen Freunden Gegner geworden waren, war diese Gegnerschaft frei von jedem persönlichen TharaKter und vermochte die gegenseitige Achtung nicht zu vermindern, der König sprach sich wiederholt in Worten hoher Anerkennung über die hervorragenden Leistungen der durch den Fürsten reformierten Artillerie aus. Ueber die Abtretung der Statue des Adoranten an Friedrich ist die Rede in dem Abschnitte über das Verhältnis des Fürsten zur Kunst. Weiterhin bot der Fürst dem König 1764 die Stalue einer Diana von Ephesus aus weißem, griechischem Marmor, durch seltene Schönheit ausgezeichnet, zum Geschenke an, desgleichen Bilder aus seiner Galerie. Mehr als dreißig Iahre waren seit der ersten Bekanntschaft dieser beiden, unter ihren Zeitgenossen weit hervor-
        

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