65 polnischen Thronstreitigkeiten geregelt wurden, verließ der Fürst die Armee und Kehrte nach Wien zurück, um Kürz darauf einem ehren- vollen Rufe seines Kaiserlichen Herrn als Botschafter an den Berliner Hof Folge zu leisten^ Es war eine glückliche Fügung, daß der junge Fürst die strenge, aber ausgezeichnete Schule des Prinzen Eugen von Savorjen durch- machen durfte' zählt doch Prinz Eugen zu den hervorragendsten Feldherren aller Zeiten, nicht minder bedeutend als Diplomat, ein makelloser TharaKter, der getreu seinem Wahlspruch „Oesterreich über Alles" seinem zweiten vaterlande ein Retter wurde, als der Orient mit seinen Horden Oesterreichs Gefilde überfluten wollte, als Ludwig XIV. seine Heere zu Raub und Vernichtung gegen Oesterreich sandte, die Treulosigkeit der früheren Freunde die Monarchie zu vernichten drohte und Aufruhr im eigenen Lande tobte! Unter der Führung dieses seltenen Mannes erhielt Wenzel Liechtenstein seine strategische Ausbildung und hat sich in der Folge als ein seines großen Lehrers würdiger Schüler erwiesen. Auf diesen vorläufigen Abschluß seiner militärischen Lausbahn Konnte der Fürst mit dem Bewußtsein zurückblicken, durch seine persönliche Tapferkeit und. seine hohen strategischen Eigenschaften dem vaterlande vorzügliche Dienste geleistet und den Vorrang seiner hohen Geburt durch große persönliche Verdienste gerechtfertigt zu haben,' er war sich bewußt — um ein Wort seines großen Freundes, des preußischen Kronprinzen und nachmaligen Königs Friedrich II. anzuführen — „daß der wahre Ruhm eines Fürsten nicht in der Unterdrückung seines Nachbarn, nicht in der Vermehrung der Anzahl seiner Sklaven besteht, sondern darin, die Pflichten seines Amtes zu erfüllen und in allem den Absichten derer zu entsprechen, die ihn mit seiner Macht bekleidet haben und von denen ihm die höchste Gewalt übertragen ist". II. Bereits im Feldzug gegen die Franzosen am Rhein 1734 hatte der Fürst die Bekanntschaft des Kronprinzen Friedrich von Preußen gemacht, den sein Vater Friedrich Wilhelm I. dorthin gesendet hatte, um sich unter der Anleitung des Prinzen Eugen in der Kriegskunst auszubilden. „Unendlich viel liegt daran, diesen jungen Herrn zu gewinnen, welcher dereinst mehr Freunde in der
        

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