5l Zehr bedeutende außergewöhnliche Ausgaben verursachte dem Lande die Lebensmittelversorgung. Die in der durch- laufenden Verrechnung enthaltenen Vorschüsse bezw. Nückersätze für Lebensmittel, die sich in einem Iahre auf weit mehr als eine Million Kronen beliefen und sowohl der Verwaltung der Landeskasse als auch der Notstandskommission sehr viel Mühe machten, seien hier nicht näher beleuchtet, hingegen mögen die, eigentlichen Notstandsaus- lagen, soweit selbe ausschließlich vom Lande übernommen wurden, etwas näher bezeichnet werden. Diese betrugen im Iahre 1915 bereits 144.284 Kronen, stiegen dann aber in den folgenden Iahren über 250.000 Kronen. — Die Kosten für die wegen Lebensmittel- schmuggel notwendig gewordene Ueberwachung der Grenze gehörten auch zu dieser Summe und betrugen im Iahire 1916 6509 Kronen, 'im Iahre 1917 schon 22.048 Kronen und so weiter steigend. Es handelte sich hier noch hauptsächlich um Schmuggel nach (Oesterreich, während in der Nachkriegszeit der Schmuggel mehr nach der Schweiz gieng. — Zu Notstandsmaßnahmen im weiteren Sinne des Ivortes gehören die Teuerungszulagen für Landesangestellte, die sich im Iahre 1918 bereits über IZ0.000 Kronen beliefen. — Besondere Erwähnung verdient noch die Lebensmittelschuld des Landes bei der schweizerischen Kreditanstalt in Zürich. Das Land hatte mämlich während der ersten Kriegsjahre das mangelnde Mehl .durch die Schweiz bezogen und dabei das genannte Geldinstitut in Anspruch genommen. Durch längere Zeit übernahm das Land den sich er- gebenden UnterKurs der Krone. Infolgedessen und entsprechend der stetig zuneymenden Geldentwertung 'war die bei der Kreditanstalt hängende FranKenschuljd nahezu auf eine halbe Million Franken angewachsen rund mußte zudem zu einem sehr chohen Prozentsatze verzinst werden. Leider wurde unterlassen, dem im Iahre 1917 wiederholt gestellten Antrag, die Frankenschuld bei dem ,zur Zeit ganz neue Grundlagen stützen mußte, seien nur einzelne herausgegriffen: Grund- steuer -^.soo Fr. d. ist q °/o (früher 1 °/o - ca. lo.Ooo K); Gewerbesteuer 50.000 Fr. (früher 16.000 A); Klassensteuer 30.000 Fr. (früher ca. S0o0 U); Vosteinkünfte einschließlich Bciefmarkencrlös Lsy.000 Fr. (früher nachsehend 10—-z.6-(^o U)- ^_ Dieser vergleich, welcher infolge der leider vom Landtage bisher noch nicht zu revidierten Landesrechnungen von 1918—1920 Lücken zeigen mußte, wird immerhin zum Nachdenken anregen, welchem wir hier nicht weiter vor- greifen, wollen. Wir bieten nur die schlichten Zahlen, die allerdings die Franken- währung in einer besonderen Beleuchtung erscheinen lassen.
        

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