Längere Zeit beschäftigte sich auch die öffentliche Meinung mit der im Iahre 1920 erfolgten Herausgabe neu'er Typen liechten- steinischer PostmarKen im Betrage von ca. acht Millionen Kronen. Gb dies dem Lande die erhofften Gewinne bringen wird, ist fraglich. Allem Anscheine nach zeigten sich in der Organisation des Unternehmens und wohl auch in der Vergebung desselben Mängel, die zu ungewollten Privatspekulationen führten, welch letztere dann gruppenweise sich Konkurrenz machten. Soviel ist. sicher, daß sich bei diesen Vorkommnissen nicht Alles einwandfrei abspielte. — hin- gegen verspricht das anfangs l92l zustande gekommene post- übereinkommen mit der Schweiz^) für den Vertrieb liech- tensteinischer Postwertzeichen in Frankenwährung für den Finanzhaus- halt des Landes vielleicht bessere Aussichten. Die Ersahrungen, welche man mit der früheren Herausgabe neuer Tnpen gemacht hat, werden wohl vor weiteren Mißgriffen schützen. Für den privaten werden allerdings die neuen schweizerischen Postgebühren empfindlicher als die bisher gewohnten österreichischen, umsomehr als die Schweiz ihre Gebühren in jüngster Zeit noch beträchtlich erhöhte. .Es ist bereits weiter oben gesagt worden, datz die vom v er - sass un gsausschutz in der ersten Hälfte l9l9 begonnenen Ar- beiten zu Keinem positiven Ergebnisse führten und zwar wegen der fast stetig verneinenden Haltung der Führer der „Volkspartei".' Die im März 1919 zu ungunsten der „Volkspartei" ausgefallene Volksahstimmung über zwei verfassungssragen hatte- offenbar ab- kühlend gewirkt und.es fehlte der richtige Arbeitsgeist. Anderer- seits wurde die Bevölkerung durch die stetige Beunruhigung infolge der endlosen parteikämpse allmählich ermüdet und hatte lieber ein ruhiges Arbeiten der Volksvertretung für Besserung der wirtschaft- lichen Lage und Gesundung unserer finanziellen Schwierigkeiten ge- sehen. Es war jedoch eine baldige Klärung nicht zu schaffen, da die durch das unglückliche parteitreiben - entstandene Zerrissenheit noch immer weiter griff. ?') Das 
Uebercinkommen setzt selbstverständlich, wie dies anch bei.andercn Verträgen von jeher geschehen ist, die Ivahning der liccht. Souveränität?- und ^oheitsrcchte voraus. Das geschah seinerzeit schon bei dein ersten Postüberein- kommeii im )ahre l8l?. (Näheres hierüber bieten meine geschichtlichen Notizen im 12. Jahrb. S. 6? ff). Die im Auslande ab und zn austauchende Ansicht, Liechtenstein entbehre durch-seine Verträge der 
volkssonvsränität, ist daher ganz irrig.
        

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