45 und seine Mitgliedschaft bei verschiedenen Kommissionen niedergelegt. In seiner Eingabe an die fürstl. Regierung und an den Landtag teilte er mit, daß er dieser Tage zu seinen Angehörigen nach München ziehe >und daß sein Aufenthalt in der Heimat nur mehr vorüber- gehend sein werde. Ein Vorwurf sich seinen patriotischen Pflichten entzogen zu haben, Könne ihm, wohl nicht gemacht werden, da er seit dem Jahre l88l bis heute mit einer nUr Kurzen Unterbrechung Landtagsabgeordneter gewesen sei und in dieser Zeit stets den mit vielen Arbeiten verbundenen Vorsitz geführt habe. — Der 
Landes- sürst und 
die sürstl. Regierung beehrten den scheidenden Präsidenten mit besonderen Schreiben, in welchem ihm sür seine vieljährigen Dienstleistungen und Bemühungen warme Anerkennung gezollt wurde. von den Kommenden Beschlußfassungen und Vorkommnissen, welche nicht mehr in den Rahmen der eigentlichen geschichtlichen Darstellung gehörte, mögen als Nachtrag einige Andeutungen folgen. Eine nähere Schilderung dieser nach Mitte I9l9 eingetretenen, zum Teil folgenschweren Ereignisse wird jedoch im Interesse möglichster Sachlichkeit besser einem späteren Zeitpunkte vorbehalten bleiben, umsomehr, als deren 
Auswirkung sich noch stetig 
im Flusse befindet und ein geklärtes Urteil noch schwer fällt. Besonders überraschend Kam der im August l9l9 vom Landtage beschlossene sofortige Abbruch des Z ol l ve r t ra g e s mit Oesterreich Dieser Beschluß war hauptsächlich durch den Führer der „Volkspartei" und durch dessen Grgan die '„Gberrhein. Nach- richten" vorbereitet worden. Die rasch folgenden Nachwirkungen erregten jedoch beim Volke Kopfschütteln und bald auch herbe Kritik, als dem Abbrüche ziemlich prompt eine lvarensperre Oesterreichs folgte. Unser rasches und Kategorisches vorgehen sperrte das Ländchen Knall und Fall zwischen zwei Zollgrenzen ein und zwar ohne jed- welche Vorsorge, nach der einen oder anderen Seite einen Vertrag sichergestellt zu haben. Die lvarensperre schädigte das Land beträcht- lich, obwohl später durch amtliche Vermittlung einige Milderungen erreicht werden Konnten. Man muß sich vorstellen, daß unser Land seit 
nahezu siebzig Jahren im Zolloertrage mit Oesterreich war und sich dabei gut befunden hatte. Auch' früher hatte sich unser
        

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