15 zeitlichen Anforderungen und charakterisierte sich als einen bedeuten-^ den Fortschritt, der unser Land auch im Iustizwesen in die Reihe > der Kulturstaaten stellte. In dem Kommissionsberichte, welcher vom Präsidenten erstattet worden war, findet sich in der Einleitung auch! ein Kurzes Bild über die geschichtliche Entwicklung unserer Straf- rechtspflege, das wir hier, wie folgt, wiedergeben: „Kls im Beginne des vorigen Iahrhunderts mit der Aufhebung des Landammannamtes das alte Gerichtsverfahren Reuerungen wei- chen mutzte, suchte man bei uns die Strafrechtspflege nach dem Mu- ster, der in Oesterreich eingeführten Gesetze und Verordnungen einzu- richten. So wurden im Iahre l8l2 das österreichische allgemeine bür- gerliche Gesetzbuch vom Iahre 181 l und die österreichische Gerichts- ordnung vom Iahre 1781 bei uns eingeführt und das österreich. Strafgesetzbuch vom Iahre 180? rezipiert. Durch die fürstl. Verord- nung vom 7. November 1859 fand an Stelle des letzteren das öster- reichische Strabgesetzbuch vom Iahre 1852 bei uns Aufnahme. Im Iahre 1874 ersuchte der Landtag die fürstliche Regierung, einen Gesetzentwurf über Einführung des öffentlichen und mündlichen Straf- verfahrens vorzubereiten. Nach längeren Beratungen, bei welchen die Schwierigkeit des Gegenstandes und besonders auch die Rücksichten, welche auf die eigenartigen Verhältnisse unseres Kleinen Staatswesens zu nehmen waren, eine gründliche Prüfung verlangten, Kam dann im Iahre 1881 eine Strafprozetznooelle zustande. An Stelle des bisher bei u ns gültigen geheimen und inquisitorischen Strafverfahrens wurde mit diesem Gesetze das öffentliche und mündliche Verfahren eingeführt und für das Schlüßverfahren bei verbrechen ein aus drei geprüften rechtskundigen Richtern und zwei beeidigten Laienrichtern zusam- mengesetzter Gerichtshof bestellt. Im Iahre 1884 wurde bei Gelegen- heit des Abschlusses eines Iüstizvertrages mit Oesterreich diese Straf- prozeßnovelle weiter ausgestaltet. Sowohl im Verfahren über ver- brechen als auch bei vergehen und Uebertretungen wurden eingrei- fende Abänderungen vorgenommen. Es wurde bestimmt, daß im Ver- fahren über Vergehen das Landgericht als Schöffengericht sein Richter und zwei Laienrichter) zu erkennen habe. Die bisherigen oberen Instanzen: das fürstliche Kppellationsgericht in Wien und das bereits durch das Hofdekret vom 18. Februar 1818 mit der Funktion einer dritten Instanz betraute Gberlandesgericht in Innsbruck wurden beibehalten. Ferner sind in der weiteren Entwicklung unserer Stms-
        

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