US nun die Juden in FeldKirch aufsuchte. Zur Hebung und Pflege des Weinbaues wurde 1750 eine Torkelordnung erlassen, bestehend aus 14 Paragraphen, welche durch scharfe Strafbestimmungen den guten Ruf des inländischen Weines schützte. Diese „hochsürstlich Liechtensteinische Torggel-Grdnung, wie diese in dem Fürstentum Liechtenstein gehalten werden solle", ist im VI. Lande dieses Jahr- buches Leite 47 abgedruckt. Nach einem aus dem Jahre 1784 stammenden Bericht des Landoogtes Gilm von Rosenegg waren die Bettler und Landstreicher zu einer unerträglichen Landes- plage geworden und durchzogen jahraus, jahrein das Land. Die Rechtsverhältnisse fanden in folgendem Spottvers ihre Verhöhnung: „Wer will stehlen und nicht hangen, Der lasse sich in der Herrschaft Vaduz fangen!" An Steuern wctren an den Schwäbischen Kreis jährlich TM Gulden vom Lande zu entrichten, an die Herrschast vom Gberlande 175 Gulden, vom Unterlande 87 Gulden jährlich. Die Verschul- dung der Bauern war groß,- betrugen doch nach einer annähernden Schätzung die Forderungen von Bündern und Gesterreichern an liechten- steinische Bürger die ungefähre Summe von 150,000 Gulden. Die steten Kriege verlangten vom Lande große Gpfer in Form des Truppenkontingentes und der Beiträge an die schwäbische Kriegskassa. So Kämpften in den Türkenkriegen, in denen sich Fürst Wenzel seine ersten Lorbeeren holte, auch Soldaten aus Liechten- stein mit. Unter den Liechtensteinern, die in dieser Zeit zu besonderem Ansehen gelangten, nennt Kaiser (S. 470): Johann Ulrich hopp von Balzers, Doktor der Theologie, Kanzler des Bistums Thur, wurde als Professor der Moral nach Kempten berufen und starb als Kanonikus in Freysing. Franz Michael Kaufmann, gleichfalls ein Balzner, praemonstratenser im Kloster St. Luzi in Thur, be- kleidete daselbst zehn Jahre lang die Würde eines Abtes. Christian Wenoweser aus Schaan wirkte als Direktor des Kaiserlichen Waisen- hauses zu Wien, wurde hernach hofkaplan des Fürsten Wenzel und Kam 1764 Äs Pfarrer nach Triesen, wo er über ein Vierteljahr- hundert in segensreicher weise pastorierte un» daselbst starb. Franz Xaver Gatzner von Triesen errang das Doktorat der Medizin und galt als ein ausgezeichneter Arzt; er starb 1751 zu Philippsburg im Badischen.
        

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