U1 und appellierte an die „aller Grts belobte" Gerechtigkeitsliebe des fürstlichen Landvogtes. Dieser stellte sich aber entschieden auf den Loden des fürstlichen Erlasfes vom 29. August 1755 und machte einzig das Zugeständnis, aus besonderer Rücksicht auf die Person des Herrn v. Zalis gegen Beibringung der Kaufbriefe die Züger zur vollen Vergütung des Kaufschillings zu veranlassen, damit ihm nicht etwa durch eine Taxation der Schätzleute ein Schaden erwachse. Diese unerfreulichen nachbarlichen Streitigkeiten fanden ihren Abschluß erst unter dem Nachfolger des Fürsten Wenzel, dem Fürsten, Franz Josef, an den sich 1773 die Häupter und Räte der drei Bünde mit folgender Eingabe wandten: „Znmalen Unserer Standcs-Versammlnng sehr mißbelicbig eingeklagt worden, daß Euer Durchlaucht Untertanen, dcc unsere Lande begrenzenden Gemeinde zu Balzers sich unterfangen, Grundstücke, die von Unseren Lcmdcsleuten nllda seit lange» undenklichen Jahren besessen, nnd zum teil durch Schuldrichtuug, uuter Obrigkeitlich besigeltcn Urkunden an sich gebracht haben, anjetzo mit empfindlichem Schaden abzuschätzen: Ein welches verfahren, da es au sich selbst ohnnachbarlich, bcidscitiger Tren und glauben im Handel und Wandel sehr nachteilig und den allgemeine», natürlichen Rechten zu widcrlaust, Wir uns zum voranS bereden, daß Euer Durchlaucht nicht nur ein gerechtes mißsalleu darob hegen, sondern vermittelst Erlassung nachdrucksamen Befehles, solchen Beschwerden angestamtcr Großmut nach Huldreichst abzuhelfen geruhen'wollen: die wir in Erbietuug srcnndnachbarlichcr Gegendienste mit vorzüglichster Ehrerbietung uns beifern werden zn sein." Euer Hochfürstlichen Durchlaucht dieustbcreitwilligsic die Haupter und Räte gemeiner Hier Bündten Beytäglichem Versamt. Auf diese Beischwerde hin verlangte Fürst Franz Josef Aufklärung und wünschte insbosondere zu wissen, ob die umstrittenen Grundstücke in landessürstlichem Gebiete lägen oder bündnerischer Hoheit unter- ständen, es Könne sich der Erlaß des Fürsten Wenzel doch nur auf solche erster Art beziehen. Der Landvogt sandte ausführliche Berichte: Die Balzner sind aus Grund der Zugrechtsame durchaus berechtigt, die in Frage stehenden Immobilien nach Erlegung des von den Schätzleuten taxierten Wertes an sich zu ziehen, nur aus „purer guter Nachbarschaft" haben sie sich den Bündnern gegenüber anerbötig gemacht, ihnen den ehemals bezahlten Kaufschilling gegen Vorlage der betreffenden Dokumente zu vergüten, aber diese gingen nicht darauf ein. Das Güterzugrecht wurde den schweizerischen Nachbarn sofort bekannt gemacht und es ist sonderbar, daß sie sich erst heute
        

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