— 88 — Fürst Wenzel Liechtenstein. Fürst Lorenz Josef Wenzel Liechtenstein, wie sein voll- stündiger Name lautet, wurde am 9. August 1696 als ältester Sohn des Fürsten Philipp Erasmus in Prag geboren und betrat bereits in jungen Iahren die militärische Laufbahn. In den Türkenkriegen Oesterreichs (1715—1718) verdiente er sich unter dem berühmten Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen die Sporen, er kämpfte in den Schlachten bei Peterwardein und beim Sturm aus die Festung Belgrad, wo er beinahe sein Leben verlor. An dem Kriege, der infolge der polnischen Thronstreitigteüen zwischen Oesterreich und Frankreich (1733) ausbrach, nahm Fürst Wenzel als Generalfeldwachtmeister An- teil und erhielt auf Verwendung des Prinzen Eugen den Orden vom Goldenen Vließ. Das Jahr 1735 führte ihn als Bot- schafter an den Berliner Hof. Mit dem preußischen Kron- prinzen, dem späteren König Friedrich d. Gr. verband ihn schon vom österreichisch-französischen Kriege her eine tiefe Freundschaft, die sich in der Folge weiter ausgestaltete, wie die vorliegende Korrespondenz zwischen Friedrich und Wenzel dartut. Hauptaufgabe der Mission des Fürsten war die Ge- winnung des genialen Kronprinzen für Oesterreich. Zwei Jahre später vertauschte der Fürst den Posten am Berliner Hof mit dem eines französischen Botschafters, wobei er einen ungewöhn- lich glanzvollen Einzug in Paris hielt. Im österreichischen Erbfolgekrieg tat sich Fürst Wenzel sowohl als Berater im Hofkriegsrate wie auch als Anführer in verschiedenen Schlach- ten hervor, wo er sich durch hohe persönliche Tapferkeit aus- zeichnete. Das Jahr 1745 führte ihn als Befehlshaber der österreichischen Armee nach Italien, wo er das stark herunter- gekommene Heer aus eigenen Mitteln in schlagfertigen Zustand versetzte und über die an Zahl stark überlegenen Franzosen und Spanier den berühmte» Sieg bei Piacenza (1746) errang. Am siebenjährigen Kriege zwischen Maria Theresia und Fried- rich d. Er. nahm der Fürst als gelegentlicher Berater im Hofkriegsrate teil, zur Uebernahme des Oberbefehles konnte er sich nicht mehr verstehen, wohl infolge Differenzen mit den leitenden Männern über die Art der Kriegführung. Fürst
        

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