— 22 — der anfangs Mai 1434 in Basel weilte. Der Spruch des Kaisers ist uns im Wortlaute nicht bekannt, aber die Tatsache, dasz von dort an die Freiherren v. Brandis im unangefochtenen Besitze von Schellenberg waren und blieben, beweist, dasz der kaiserliche Entscheid zu ihren Gunsten gefallen sein muß. Nun gehörte der ganze Eschnerberg, soweit er den Grafen von Werdenberg-Bludenz und den Grafen von Sargans-Vaduz gehört hatte, den Freiherren von Brandis und blieb von nun an immer im Besitze der Inhaber der Grafschaft Vaduz. Es war von nun an am Eschnerberg nur ein Ammann, der zu Rofenberg im Frühling 
und Herbst zu 
Gericht saß. Von nun an teilten die beiden Landschaften Vaduz und 
Eschner- berg ihre glücklichen und widrigen Schicksale. Der Name Schellenberg war von nun an mit dem Namen Eschnerberg gleichbedeutend. Der landesherrliche Besitz am Eschnerberg wurde im Jahre 1600 auf 145,900 Gulden angeschlagen. Es gehörten dazu: die beiden Burgruinen, Weinberge und Torkel zu Mauren und Eschen, an jährlichen Zinsen 3 Schäffel Weizen, 
42 Schüssel Gerste, 10 Schäffel Haber, 18 Hühner, 310 Eier. Zu den Burgen gehörten: ein Tiergarten, 83 Gulden Landsteuer, 39 fl Pfennigzins, die Mühlen zu Schaanwald und Ruggell, der Zehent zu Mauren von Weizen und Korn, der halbe Wein- zehent zu Mauren, jährliches Umgeld 100 Gulden, an 
Straf- geldern 300 Gulden, Schupflehen zu je 15 Jahren verehrschatzt auf 458 Gulden, 131 Stück Fastnachthühner. Feuerstätten waren zu Mauren 38, zu Eschen 58, in der Pfarrei Bendern lzu der auch Ruggel und Schellenberg gehörten) 35, zu- sammen 181. Jede lieferte 1 Fuder Mist in die Weinberge, Untertanen über 15 Jahre alt waren in Mauren zirka 220, in Eschen 305, in der Pfarrei Bendern 341, zusammen 866.*) Der Herrschast gehörte auch die Fischerei in der Esche, im Schwefelbrunnen zu Nofels und im Rhein. Dazu kamen Frohndienste, schöne Wälder, Jagden, alle Regalien und die Kostvogtei über die Kirche von Bendern. Von den drei Pfarreien des Eschnerberges gehörte die zu 
Ben- dern seit 1194 dem Prämonstratenserkloster St. Luzi in Chur. 5) Also eine Gesamlbevölkcnmg von etwa 1400 Seelen.
        

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